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Riffelalp Resort 2222m, Zermatt

Wie sieht wohl der perfekte Moment eines unglaublichen Jahres aus? Vielleicht ja so: Ein funkelnder Smaragd von einem Außenpool strahlt in einer Welt aus Schnee und Eis auf exakt 2.222 Metern Höhe in den sternenklaren Himmel. Vis-à-vis befindet sich der schönste Berg der Alpen, um mich herum das höchst gelegene 5-Sterne-Hotel Europas, unter mir die Welt da draußen. Denn außer dem legendären Riffelalp Resort gibt es hier, hoch über den Dächern von Zermatt, einfach nur ein endlos schönes Winter Wonderland. Auf meiner letzten Tour im Jahre 2018 sollte ich es also ganz nach oben schaffen und damit so etwas wie die Kirsche auf das Sahnehäubchen setzen. Ja, so sieht er wohl aus, der perfekte Moment.

Schon die Anreise macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem, denn nach gut 6 Stunden Fahrt durch das Dreiländereck Deutschland, Österreich und schließlich Schweiz steht man in Täsch und kommt einfach nicht mehr weiter mit dem eigenen Fahrzeug. Normalerweise steigt man hier in den Zug und fährt in gut 20 Minuten hinauf nach Zermatt, es sei denn man ist Gast im Riffelalp Resort. Dann wird der Wagen kurzerhand geparkt, das Gepäck in einen Mini-Van geladen und man fährt über die genehmigungspflichtige Straße hinauf ins schönste Dorf der Schweizer Alpen. Doch hier ist noch lange nicht Schluss, denn im autofreien Zermatt kümmern sich Elektromobile um die kurzen Wege, die mich zur Gornergratbahn bringen, wo bereits zwei fleißige Helfer Gepäck und Reiseblogger in die Zahnradbahn setzen und auf den gleichnamigen Gipfel katapultieren. Jedoch nur bis zur Mittelstation, denn die restlichen 500 Meter geht es mit dem Schneemobil direkt vor die Eingangstür der Riffelalp.

Eine ganze Herde an braunen, weißen und sogar silbernen Schafen nimmt mich herzlichst in Empfang und ich staune über diese herrliche Interieur-Idee des im Sommer 2016 komplett renovierten Hotels. „Auf die sind wir besonders stolz, auch wenn einige Gäste immer wieder versuchen auf den langhaarigen Rücken der Kunstwerke zu sitzen“ freut sich Direktionsassistentin Petra Gruber und heißt mich Herzlich Willkommen.

Bei einem Cappuccino erzählt sie mir alles über den spektakulären Dreh der Action-Serie Night Manager, die hier oben auf der Riffelalp für reichlich Furore sorgte und lässt die endlosen Schneefälle aus der Vorsaison nochmals Revue passieren. Damals waren in Zermatt 13.000 Gäste eingeschneit, doch bis auf einen panischen Gast, der unbedingt mit dem Heli ausgeflogen werden wollte, freuten sich alle Gäste über die unvorhergesehene Verlängerung des Skiurlaubs. Während ich ganz neidisch über die Vor- und wenigen Nachteile eines „snowed in“ nachdenke, schwärmt Petra Gruber bereits vom kommenden Sommer. „Ich liebe die grünen Almwiesen rund um die Riffelalp. Wir haben sogar Kühe hier oben und planen demnächst unsere eigene Käserei. Außerdem fährt dann unsere weltberühmte Riffelalptram wieder. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes“.

Der Sommer ist notiert, doch der Winter steht mit einer meterdicken Schneewand vor der Holztür und fordert mich förmlich zu eleganten Schwüngen auf. Mit ordentlich Vorfreude auf den morgigen Tag verabschiede ich mich von Petra Gruber in Richtung SPA-Bereich, um mich zum großen Finale von Chefkoch Luigi Lafranco im Restaurant Alexandre verwöhnen zu lassen.

Was dann am nächsten Morgen folgen sollte, ist so etwas wie der perfekte Tag im Skiparadies. Pünktlich um 8.00 Uhr ziehe ich die Vorhänge zur Seite und blicke direkt auf den hell erleuchteten Gipfelgrat des Matterhorns. Was für ein Schauspiel, wenn sich die kantige Eis- und Granitwand Stück für Stück aus seiner nächtlichen Ummantelung schält und im sanften Licht der Morgensonne ein Statement für den ganzen Tag kreiert.

Vor die Piste hat der liebe Gott wohl frische Spiegeleier mit Bacon und Lachs gesetzt, anders lässt dich das gnadenlos gute Frühstück in der Riffelalp kaum beschreiben. Schließlich weiß das perfekt eingespielte Team von Hoteldirektor Hans-Jörg Walther um den anstehenden Kalorienverbrauch und gibt mir einen ordentlichen Nachschlag am Croissant-Buffet, bevor ich mich zur Zahnradbahn rolle. Das Gebiet am Riffelberg kann man als idealen Einstieg bezeichnen, da der Schwierigkeitsgrad der Pisten eher blau bis hellrot ist und herrlich viel Platz zum „laufen lassen“ da ist. Warteschlangen am Lift? Genauso Fehlanzeige wie Pistenraudis oder „Dumpfbackenmusik“. Nach drei entspannten Abfahrten wird der Lockruf vom gegenüberliegenden Matterhorn Glacier Paradise einfach zu groß und ich wechsele mal eben das Skigebiet, um das Dach Europas zu erklimmen.

Mit der höchsten Dreiseilumlaufbahn der Welt, dem Matterhorn Glacier Ride, geht es hinauf zum Gletscher Palast, wo auf fast 4.000 Metern Höhe die legendäre Abfahrt nach Zermatt beginnt, die sich insgesamt über 25 Pistenkilometer ins Tal stürzt (Übrigens auch ein Rekord!). Was die Schweizer da über 3 Bausommer über den Theodulgletscher gespannt haben, verschlägt einem, im wahrsten Sinne des Wortes, den Atem.

Von der spektakulären Aussichtsplattform blickt man auf insgeamt 38 Viertausender zu denen die tief verschneite Gipfelkuppe des Breithorns (4.164 Meter) gehört, welche zum Greifen nah erscheint.  Doch auch die gegenüberliegende Seite protzt mit dem Matterhorn und dem alles dominierenden Massiv des Mont Blanc, der mit seinen 4.810 Metern heute deutlich in den stahlblauen Himmel ragt.

Ich zurre den Helm fest, streife die Skibrille über und lasse mich genüsslich ins Tal treiben, denn die Pisten hier oben sind der Wahnsinn. Die Schneequalität erinnert an den Powder in Aspen und Vail, das Panorama an die kitschig-schöne Kulisse eines Hollywood Films. All das macht das Carven und Wedeln in der Region Zermatt zu einem echten Erlebnis, welches in Europa seinesgleichen sucht. Alles andere ist halt eben nur „Skifahren“.

Mein breites Dauergrinsen verebbt erst, als direkt vor mir die letzte Liftfahrt ohne mich stattfindet. Verdutzt blicke ich den Service-Mitarbeiter an, worauf er nur ein: „Ist halt 15.40 Uhr oder?“ antwortet und mir den Weg hinauf zur Zahnradbahn empfiehlt. Und jeder Skifahrer weiß, wie gut es sich nach oben fährt, so wie auch jeder Skifahrer weiß, in welchem Zustand ich mich anschließend befinde. Wie ein geprügelter Hund lege ich die letzten Meter zur Riffelalp zurück und fahre völlig erschöpft mit dem Aufzug in den Skikeller, um mich 10 Minuten später im Außenpool ordentlich durchblubbern zu lassen. Direkt gegenüber grinst mich die, vom Sternenglanz erhellte, Silhouette des Matterhorns an, als wolle sie mich fragen: „Und bist du zufrieden mit deinem Jahresabschluss?“

„Hm, liebes Matterhorn, liebes Riffelalp Resort, es hätte einfach nicht besser sein können. Ihr seid das Feuerwerk auf meiner Silvester Party. Habt vielen Dank für dieses außergewöhnliche Erlebnis“.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Riffelalp Resort 2222m in Zermatt. Ein besonderer Dank gilt dabei Hoteldirektor Hans-Jörg Walther und der wunderbaren Petra Gruber.

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