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Das Central, Sölden

Die Eiskristalle spritzen in wilder Zirkulation gegen die meterhohen Schneewände, während meine Skier in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch den schmalen Eiskanal in die Tiefe stürzen. Das Motorengeräusch des Schneemobils ist jetzt schon so nah, dass ich fast den Atem meiner Verfolger spüren kann. Es braucht nicht mehr viel, bis sie mich eingeholt haben. Nur ein kleiner Fahrfehler, ein Rutschen, ein Verkanten und ich bin Agentenstaub. Die Kamera zieht auf und blickt auf einen semi-talentierten Skifahrer in roter Signaljacke, der gemütlich auf einem Ziehweg entlang der Gletscherstraße gleitet und im Sicherheitsabstand von einem Schneemobil überholt wird. Tja, James Bond ist hier oben immer und überall spürbar, warum also nicht auch in mir, der heute zum persönlichen Saisonfinale nach Sölden ins Hotel Das Central gekommen ist.

Selten habe ich mich so auf einen Wochenendausflug gefreut, denn Sölden war tatsächlich seit Ewigkeiten auf meiner ganz persönlichen Winter-Wishlist, die heuer immerhin schon Saisontickets in Zermatt, Aspen und Telluride lösen konnte.

Und natürlich sucht man sich für den Höhepunkt nicht irgendein Hotel, sondern setzt auf den Platzhirsch, die Ikone, den Nabel der Ötztaler Alpen mit Namen Das Central. Dieses 5-Sterne-Haus liegt mitten im Ort und gehört, samt Bergbahnen, diversen Restaurants und James Bond Installation, der Familie Falkner.

Ich treffe mich mit Marketingleiterin Monika Wöckl am knisternden Kaminfeuer und lasse mich in die Geschichte des Hauses einweihen. Seniorchef Hans Falkner legte bereits in den 60er Jahren, mit dem Bau der Gletscherstraße, den Grundstein für die touristische Entwicklung des Ötztals, während Bergbahnen-Direktor Jack Falkner maßgeblich die heutige Spaß- und Erlebnislandschaft Sölden prägt. „Schneekönig“ Jack modernisiert nicht nur Jahr für Jahr seine Bergbahnen und Liftanlagen, sondern ist auch für den Bau der Schwimm- und Spa-Landschaft Aqua Dome oder der Kletter- und Wildwassererlebniswelt Area 47 verantwortlich. Sein großes Meisterstück ist jedoch das höchste Gourmet Restaurant der Welt, das ice Q auf 3.048 Metern Höhe, wo der eigene Pino 3000 in edlen Barriquefässern reift.

Wem die Location noch nichts sagt, der schaut sich einfach mal den letzten James Bond Streifen mit Namen „Spectre“ an. Monika Wöckl erzählt mir die spannende Geschichte vom dreitägigen Dreh mit Daniel Craig, die beim ersten Auftauchen der Hollywood-Location-Scouts beginnt und bei den Verhandlungen mit Barbara Broccoli und Sam Mendes, die hier im Central schon auf der Sonnenterrasse gesessen haben, endet.

Jack Falkner denkt jedoch längst weiter, größer und auch internationaler in Form einer museumsreifen James Bond Installation auf dem Gaislachkogel, die im letzten Jahr unter widrigen Bedingungen fertiggestellt wurde.

„Unser Haus richtet sich an den Genussmenschen“ reißt mich Monika Wöckl aus meinem ratternden Gedankenzug und gibt mich sogleich am Empfang des Hotelrestaurants Feinspitz ab, um mich mit fünf genussvollen Gängen zu verwöhnen.

Hoffentlich erfährt sie niemals, dass ich das Rindersteak durch ein Wiener Schnitzel ausgetauscht habe. Aber hey, wir sind immer noch in Österreich und Das Central ist nun mal bekannt für seine Klassiker.

Am nächsten Morgen bin ich erst einmal überfordert, denn allein die Frage Gaislachkogel oder Giggijoch kann einem Skitag hier den Stempel aufdrücken. Der Shuttle vom Central fährt jedenfalls beide Locations an und ganz oben kommt man mit den Sesselliften Langegg und Stabele auch problemlos von „Ga“ nach „Gi“. Da ich heute Mittag eine Reservierung im ice Q habe, lasse ich mich mit den Bahnen Gaislachkogel I und II mal eben in 10 Minuten von 1.363 auf 3.058 Metern Höhe katapultieren und bin vom 360 Grad Bergpanorama schlichtweg „geflasht“.

Man weiß gar nicht, wohin man eigentlich schauen soll, bei all der 3.000er-Pracht, was zur Folge hat, dass die ersten Pisten immer wieder durch Fotostopps unterbrochen werden. Der Schnee ist im oberen Teil in hervorragendem Zustand, wird jedoch bei Talabfahrt etwas sulzig, so dass ich die herrliche 10er Abfahrt nach Sölden mit ordentlich Körnern bezahlen muss. Höhepunkt der Abfahrtkunst ist für mich die ultralange Piste von der Inneren Schwarzen Schneid entlang der Gletscherstraße zurück nach Sölden, die dann mit insgesamt 15 Kilometern auch die längste im Skigebiet ist.

Danach treibt es mich auf die wunderbar breiten Pisten am Tiefenbachgletscher, wo man das Panorama von einer Aussichtsplattform, die wie ein Steg in den Himmel ragt, uneingeschränkt genießen kann. Das ist wirklich Skifahren, ohne jemals anzukommen und das immer auf der Sonnenseite des Lebens.

Und auf die zieht es mich pünktlich um 12 Uhr mittags, denn Monika Wöckl hat für mich einen Tisch im exklusiven ice Q reserviert. Das futuristische Bauwerk hat nichts mit einer der vielen urigen Berghütten gemein und verzichtet gänzlich auf „Schunkeleinpeitscher“ wie Wolfgang Petry oder Helene Fischer. Dafür genießt man hier ein exklusives 3-Gänge-Menü und nippt am herausragenden Pino 3000. Für mich standen heute Beef Tatar auf Champignon Trüffelpüree, ein gebratener Wolfsbarsch mit grünem Spargel sowie Karottenkuchen auf Topfenmousse auf der Speisekarte.

Im Publikum: Die Bergwelt der Ötztaler Alpen und natürlich Daniel Craig, welcher sich heute in Form eines waschechten Doubles zeigt und anschließend mit mir die spannende Installation 007 Elements besucht. Ein Bond-Museum auf dem Berg? So etwas schafft ansonsten nur Reinhold Messner und tatsächlich lassen sich architektonische Parallelen zum MMM Corones am Kronplatz feststellen. Im Inneren dreht sich hier jedoch alles um die Bösewichte, Girls und Dreharbeiten der James Bond Reihe, die in insgesamt 8 Themenräumen mit Namen wie Barrel of the Gun, Action Hall oder Tech Lab inszeniert werden.

Spektakulärer Höhepunkt ist für mich das abgetrennte Cockpit aus Spectre, welches im Holzsplitterregen vor der schneebedeckten Bergkulisse aufgehangen wurde. Während das Craig-Double eifrig für Fotos zur Verfügung steht, gewöhne ich mich bereits wieder an das Sonnenlicht, denn schließlich habe ich nur noch 90 Minuten, bis ich auf Jack Falkner an der Rezeption des Central treffen werde. Nach James und Jack geht es schnurstracks in die Wasserwelt Veneziens, wie sie hier im Central in Form von Schwimmbad, Jacuzzi und Saunalandschaft nachempfunden wurde.

So viel Kalorien, wie ich im anschließenden Gourmet-Dinner zu mir nehme, kann ich allerdings nicht ausschwitzen, doch das Rumpsteak samt Tiramisu muss einfach einen Abnehmer finden. Sicherlich werde ich am nächsten Morgen keinen Appetit auf Frühstück haben, doch frisches Rührei, Bacon, Lachs, Mohnzopf, Pfannkuchen und Bircher Müsli sprechen eine deutlich andere Sprache und aus einem Genussmenschen wird am Ende ein kugelrundes „Smiling Face“ Emoji. Was für ein Wochenende, was für ein grandioses Hotel und vor allem was für eine Schnee- und Gletscherlandschaft rund um das James Bond Restaurant ice Q. „Ob ich auch im Sommer einmal nach Sölden komme?“ fragt mich Monika Wöckl am Ende meiner Reise. Ach Monika, ich werde nie wirklich weg sein. Versprochen!

Das spannende Interview mit Jack Falkner über den Bond-Dreh könnt ihr übrigens in meinem Podcast hören

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Hotel Das Central in Sölden. Mein Dank gilt der wunderbaren Monika Wöckl, ohne die dieses grandiose Wochenende nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank auch an die Bergbahnen Sölden und das Team vom ice Q.

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