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Jokulsarlon, Island

Nach 2 eingetrübten Regentagen in Reykjavik ging es im 4WD endlich auf die Ringstraße gen Süden zur Gletscherlagune Jokulsarlon. Das Gute: Weite Entfernungen gibt es in Island nicht. Und im Sommer geht die Sonne nie ganz unter. Ideale Voraussetzungen also, um das Maximale aus einem rar gesäten Sonnentag herauszuholen.

Erste Station ist der Seljalandsfoss Waterfall, der mit der Besonderheit aufwartet, dass man seinen Wasservorhang auch von der Rückseite bewundern kann. Und hier zeigt sich schon das erste isländische Phänomen. Auf der Straße bist du als Individualreisender „King oft he Road“ und meist alleine unterwegs. Doch an den Hot Spots sieht man sich immer wieder Auge in Auge mit der Grauen-Panther-Fraktion aus dem Pauschal-Touristen-Bus. Doch egal, der Seljalandsfoss ist den Abstecher wert und von vorne, hinten und seitlich einfach nur wunderschön.

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Schon etwas üppiger knallen die Kaskaden am Skogafoss. Auf unzähligen Stufen hat man hier die Chance, dem Fall von oben bis unten zu folgen. Die Wassermassen sind wirklich gigantisch und die Viewpoints entlang des schmalen Pfades bieten Spektakuläres.

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Auch wenn es immer wieder Highlights, wie die zuvor besuchten Wasserfälle gibt, so ist es doch das Gesamtkunstwerk aus Vulkanlandschaft, rauer Küste und grünen Bergen mit weißen Gletschern, die Island so spektakulär machen. Mich hat die Insel wirklich nachhaltig geprägt und sie ist für mich mit das Aufregendste, was man in Europa bereisen kann.

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Fjaorargljufur ist kein isländischer Fluch, sondern ein beeindruckender Canyon, der etwas abseits der Hauptstraße liegt. Über die F206 ruckelt man ein paar Kilometer über eine ungeteerte Piste bis zu einem Aussichtspunkt. Von da aus einfach zu Fuß querfeldein auf ausgetretenen Pfaden bis zur Abbruchkante. Viel ist hier nicht los und dadurch wird der grün-bewachsene Canyon zu einem beeindruckenden, ja fast persönlichen Erlebnis. Ein Pfad führt entlang der Felsen und der Blick auf den 100 Meter tiefer gelegenen Fluss Fjaora ist mitunter schwindelerregend.

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Also fleißig Fotos machen und ab zur Gletscherlagune Jokulsarlon. Ein Ort voller Eis und Magie, der auf meiner All Time Favs-Liste ganz oben steht. Der Gletschersee liegt am Südende des Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas.

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Hier treiben, die bis zu 15 Meter hohen Eisberge träge in der Sonne, umrundet von Robben, die den direkten Zugang zum Meer nutzen. Je nach Strömung treibt es nicht nur die Robben rein, sondern auch die Eisberge raus. Und diese kann man dann am benachbarten Basaltstrand bewundern. Das Eis bricht und schmilzt und zurück bleiben Eisgebilde, die wie riesige Edelsteine im schwarzen Sand glänzen. Man könnte es glatt für eine Swarovski-Themenwelt halten.

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Mit Unterkünften ist es in Island leider nicht so lustig. Die Infrastruktur reicht definitiv nicht für Alle. Von daher sind Hotels oft ausgebucht, puristisch eingerichtet und opulent im Preis. Also ging es am Abend 80 Kilometer weiter nach Höfn, nur um am frühen Morgen wieder 80 Kilometer zurück zum Gletschersee zu fahren. Aber fahrt niemals weiter, wenn ihr nicht mit dem Amphibienfahrzeug über den Jokulsarlon getrieben seid. Was für ein Spaß, erst über Land auf Rädern, dann in James-Bond-Manier abtauchend auf dem See gleitend. Und jetzt kommt man auch endlich ran an die blau schimmernden Eistürme. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde und kostet etwa 40 €.

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Für die Übernachtung in Höfn kann ich euch das Fosshotel Vatnajökull empfehlen. Modern, solide und ein überragender Cheeseburger.

Noch mehr nordisches Feeling findet ihr in meinem Artikel über die Lofoten.

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