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Three Tree Hill Lodge, Südafrika

By In Premium Escapes

„Ich hatte eine Farm in Afrika.“ – kaum ein Satz weckt so sehr die Sehnsucht nach weiten Landschaften, unendlichem Himmel und jenem Gefühl, dass die Zeit in Afrika langsamer vergeht als anderswo. Zudem beschreibt er genau das, was mich am Fuße der Drakensberge empfängt: die Three Tree Hill Lodge, ein Rückzugsort voller Geschichte, Seele und atemberaubender Naturkulisse.

Die Fahrt von Johannesburg nach Bergville dauert etwa vier Stunden, doch die Kilometer vergehen im Fluss der Landschaft ähnlich wie im Flug. Hinter jeder Kurve öffnen sich neue Panoramen – grüne Hügel, so sanft geschwungen, dass sie wie gemalt aussehen, durchzogen von Akazien mit ihren flachen Kronen, die sich stolz in einen strahlend blauen Himmel recken. Es ist dieses „Out of Africa“-Gefühl, das einen sofort packt, lange bevor man die letzten Kilometer bis zur Farm erreicht.

Und dann liegt sie plötzlich vor mir, eingebettet an der Flanke eines Felsens, mit Blick über das Mfazimnyama Valley. Hier, wo einst ein berühmtes Gefecht des Anglo-Boer-Krieges tobte, herrscht heute eine Stille, die so tief ist, dass man sie beinahe greifen kann.

Simon und Cheryl Blackburn haben, mit ihrer Leidenschaft für Afrikas Natur, Geschichte und Kultur einen Ort geschaffen, an dem man nicht nur ankommt, sondern zum Teil der Inszenierung wird.

Lodge-Leiterin Melanie begrüßt mich wie einen guten alten Freund, den man lange nicht gesehen hat, und beginnt ihre kleine Führung mit dem Haupthaus und seiner Veranda, deren Blick in die Unendlichkeit zu führen scheint.

Hier, im Herzen der Farm, verbinden sich Wohn- und Essbereich durch einen offenen Kamin, umgeben von alten Fotografien, Erinnerungsstücken und einer kleinen Kunstsammlung. Es ist ein Ort, an dem man sich gerne niederlässt – um in der Stille ein Buch aufzuschlagen, den Blick schweifen zu lassen oder einfach nur das Knistern des Feuers zu genießen. Für einen Schreiberling wie mich, ist natürlich die Bibliothek ein besonderes Juwel.

Über 4.000 Bücher stapeln sich dort, und symbolisieren die unausgesprochene Einladung, sich zurückzuziehen und in ferne Welten einzutauchen.

Und dann gibt es da noch Gin und Tonic und obwohl die Kombination wie der perfekte Drink zum Sundowner klingt, handelt es sich um die beiden Hauskatzen, die fast ständig um mich herumschwirren, als hätten sie auf mich gewartet.

Lunch wird als Private Setting auf der Aussichtsterrasse serviert, Kaffee und Tee gibt es ab drei Uhr in der Lobby, spätestens um fünf öffnet die Bar zum Sundowner am Boma-Feuer und um 7 gibt es Dinner mit Kerzenschein im Haupthaus. Gekocht wird mit Herz und aus lokalen Zutaten – ehrlich, bodenständig, immer köstlich. Es gibt Lamm mit Gemüse, einen deftigen Kartoffeleintopf, dazu eine Crème brûlée, die ihresgleichen sucht. 

Die Cottages der Three Tree Hill Lodge wirken wie kleine Geschichten aus einer anderen Zeit. Mit ihrer Fassade aus Wellblech und Holzverkleidungen im Inneren erinnern sie an den Charme vergangener Tage – schlicht und authentisch, zugleich aber voller Wärme und Geborgenheit.

Die Räume sind mit großer Liebe eingerichtet: helle Baumwollstoffe, schwere Daunendecken, sanfte Farben, die mit dem Licht der Drakensberge spielen. Und dann ist da die Veranda – ein stiller Ort, an dem selbst die Zeit den Atem anzuhalten scheint.

Hier begrüßt man die ersten Sonnenstrahlen des Tages, lässt den Blick über das weite Tal und die sanften Hügel des Spioenkop Reserve gleiten und spürt, wie Frieden und Weite das Herz erfüllen. Und wer weiß, mit etwas Glück erspäht man in der Ferne gar ein Zebra oder eine Herde Antilopen. 

Am nächsten Morgen ist es soweit: Cheryl, meine Gastgeberin, nimmt mich mit auf eine Buschwanderung durch das private Game Reserve – ein Erlebnis, das nur Gästen der Lodge vorbehalten ist. Die Sonne steht noch tief, der Tau glitzert auf dem hohen Gras, und in der Ferne kreischen ein paar Hornvögel. Wir schreiten lautlos durch die goldene Weite, und Cheryl zeigt mir, wie man Fährten liest.

Dann plötzlich hält sie inne. Vor uns, keine fünfzig Meter entfernt, befindet sich ein Nashorn. Mächtig, gelassen, urzeitlich. Mein Herz hämmert, ein Teil von mir will fliehen, der andere einfach staunen. Cheryl lächelt ruhig. „Kein Grund zur Panik“, flüstert sie. „Solange du atmest und bleibst, wo du bist, bist du ein Teil des Ganzen.“


Sie sollte recht behalten – auch wenn ich ihren Rat wenig später vergesse. Bei einem Spaziergang auf eigene Faust folge ich einem kleinen Pfad, als sich aus dem Nichts heraus eine Kuhherde um mich herum formiert. Mehr als fünfzig – und alle marschieren schnurstracks auf mich zu, um mir kurz darauf zu folgen. Der Abstand maximal zehn Meter, und ich fange an zu rennen, was für Kühe kein Problem darstellt. Atemlos erreiche ich das Gatter, schließe auf und mache zu. Geschafft. Die Kühe bleiben stehen, blicken zu mir rüber nach dem Motto: „Und wohin jetzt?“ Wenig später erfahre ich von Melanie, dass ich sowas wie ein Hirte für die Tiere war und sie mir aus Gewohnheit hinterhergelaufen sind.

Ich muss über mich selbst lachen, und tauche wenig später in den privaten Pool meines Burchell’s Cottage ein, wo Rotwein, Sonne und das Zirpen der Grillen mir den Tag vergolden.

Nur eine gute Stunde Fahrt von Three Tree Hill entfernt öffnet sich eines der großartigsten Naturwunder der Drakensberge: die Wanderung in die Tugela-Schlucht, die für mich zu den landschaftlich schönsten auf der Welt zählt.

Der Weg folgt dem Flusslauf, über grüne Hügel und schmale Brücken, durch Täler, die in allen Grüntönen strahlend leuchten.

Über allem erhebt sich das Amphitheater – wie eine Kathedrale aus Stein, in der der Wind die Orgel spielt. Nicht minder spektakulär nimmt sich der Sphinx Trail aus.

Der Pfad schlängelt sich durch Fynbos und Farn, klettert über Felsen und führt schließlich hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem man glaubt, man könne den Himmel berühren.

Auch wenn Tugela und Sphinx unterschiedlicher kaum sein könnten, eint sie etwas Wesentliches: Sie lassen einen still werden. Still vor Schönheit. Still vor Dankbarkeit.

Wenn man am Abend in die sanfte Umarmung der Three Tree Hill Lodge zurückkehrt, das Knistern des Feuers hört und die Dunkelheit sich wie ein Schleier über die Hügel legt, dann überkommt einen eine stille Wehmut.  

Man weiß, dass ein Teil des Herzens dort draußen geblieben ist – zwischen den flüsternden Gräsern und sanft wiegenden Akazien. Doch in dieser Erkenntnis liegt auch Trost – denn vielleicht ist das der wahre Sinn des Reisens: ein Stück von sich selbst zu verlieren, um sich im Erinnern wiederzufinden.

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