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Toblacher See, Südtirol

Andreas Panzenberger hat den Begriff Camping auf ein völlig neues Niveau gehoben und damit selbst so einen verwöhnten Reiseblogger wie mich, neugierig gemacht. Schlafen und Träumen unter dem Sternenhimmel, der Sonne beim Untergang auf den Dolomiten-Gipfeln zusehen. All das und noch Vieles mehr, versprechen die neuen Skyview-Chalets am Toblacher See und setzen damit neue Maßstäbe für all die Reisenden, die bisher Eco Camping genossen haben.

Vor rund einem Jahr hat er die 12 Chalets, nach 3-jähriger Planungsphase, eröffnet und damit den Schritt in eine neue Zukunft gewagt. „Heutzutage möchten die Menschen möglichst individuell verreisen, dabei aber nicht auf Annehmlichkeiten und Komfort verzichten“ erklärt er mir das veränderte Reiseverhalten.

„Bei uns können die Gäste zum Beispiel abends in unserem Restaurant Seeschupfe speisen oder das Essen per Take-away auf ihrer eigenen Veranda genießen“.

In der Tat erhalten die Chalets, die in ihrer Bauform an eine spanische Galeone erinnern, den Geist der Freiheit eines Campingurlaubs und ergänzen ihn um all den Luxus, der den Aufenthalt hier so einzigartig macht. Infrarot Sauna, eigener Whirlpool, Wasserfalldusche und Frühstückservice ins Chalet.

Dazu der allabendliche „Sternen-Kick“ im Schlafzimmer-Glas-Cube mit Blick in den Himmel. Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind und der Nährboden für den „Wake-up-View“ am nächsten Morgen.

Jedenfalls kann ich es kaum erwarten, den Sonnenaufgang am See abzulichten und den vollgepackten Frühstückskorb zu entleeren, den das aufmerksame Service-Personal direkt vor die Chalet-Tür gestellt hat. Es gibt frischen Käse und Schinken aus Südtirol, dazu Müsli, Säfte, Obst und einen Brotkorb mit Semmeln und Croissants.

Nach der Stärkung ist vor der Bergtour und obwohl die berühmten Drei Zinnen nur einen Steinwurf weit entfernt liegen, entscheide ich mich heute für die Umrundung des Croda-da-Lago-Massivs bei Cortina d´Ampezzo. Die etwa 4-stündige Wanderung beginnt an einer Kehre des Passo Giau, wo der Wanderweg 437 seinen Ursprung nimmt und zunächst ganz lieblich durch ein dichtes Waldgebiet führt, bevor es nach der Weggabelung stetig nach oben geht.

Mächtige Geröllfelder und gespaltene Felsen erinnern an einen Spielplatz der Giganten und erfordern die ein oder andere Kletterpartie. Zu meiner Linken, die bizarren Felstürme der Croda-Da-Lago, am Horizont die herausgefrästen Felsformationen der Cinque Torri oder das Massiv des Spiz de Mondeval, die mir alle schier den Atem rauben. An der Forcella de Formin macht sich dann ein allumfassendes Panorama auf, das keine Grenzen mehr zu kennen scheint und so etwas wie ein „Best-of“ der Dolomiten präsentiert.

Zeit, ein letztes Mal die Weitsicht zu genießen, bevor es auf der anderen Seite der Bergkette hinab zum sagenumwobenen Lago de Fedèra geht, der wunderschön eingebettet von Felstürmen, ein perfektes Ausflugsziel abgibt.

Entsprechend viele Wanderer finden sich am Rifugio Croda da Lago ein, wo ich mir den Klassiker Spiegelei auf Speck und Bratkartoffeln gönne und mit einem Apfelstrudel die verbrauchten Kalorien vollends zurück ins Lot bringe.

Etwa 850 Höhenmeter gilt es insgesamt zu bewältigen, bis man wieder etwas erschöpft am Parkplatz ankommt und sich auf den 45-minütigen-Rückweg ins Chaletdomizil am Toblacher See macht. Ob ich heute noch meinen Whirlpool, die wunderschöne Veranda oder mein Schlafzimmer unter den Sternen verlassen werde? Ich denke, Morgen ist auch noch ein Tag.

Und dieser Tag sollte für mich ein ganz besonderer werden, schließt sich doch ein Kreislauf, den ich vor knapp 4 Jahren losgetreten habe. Nach Corones, Firmian, Juval, Ripa und Ortles stand mit Dolomites heute das sechste und damit finale Messner Mountain Museum auf dem Programm. Allein die Anreise ist nur etwas für Enthusiasten, die es unbedingt sehen wollen, denn das Museum liegt nicht nur abseits der Hauptstraßen und Touristenzentren (etwa 60 Kilometer südlich vom Toblacher See), sondern auch noch hoch oben auf dem Monte Rite (2.181 m).

Also heißt es entweder 2 Stunden in endlosen Serpentinen nach oben kraxeln oder etwas komfortabler im Shuttle für 9 € in 15 Minuten abgesetzt werden. Ich kann nur jedem den Mini-Bus empfehlen, da der Weg kein wirklicher Klassiker ist, was man allerdings vom großzügigen Gipfelplateau schon behaupten kann. Hier liegen einem die unzähligen Gebirgszüge der Dolomiten förmlich zu Füßen und man genießt ein uneingeschränktes 360-Grad-Panorama.

Das Museum selbst, ist in einem alten Fort untergebracht und der Erschließungsgeschichte der Dolomiten gewidmet. Im Gegensatz zu seinen fünf anderen MMM-Ausstellungsstätten, fehlt hier jedoch der spirituelle Ansatz und die Exponate fokussieren sich rein auf die Dolomiten und das Thema Fels.

Dennoch ist Messner immer Kult und allein die beschwerliche Anreise macht den Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem. Genau wie die Zeit in den Skyview Chalets, die so etwas wie ein Kraftort für mich geworden sind. Stets gefüllt mit positiver Energie, die von meinem Gastgeber Andreas Panzenberger vorgelebt wird. Am letzten Abend sitzen wir gemeinsam auf der Veranda meines Superior Chalets und sprechen über sein großes Projekt, das noch lange nicht beendet ist.

Bis zu seinem 50. Lebensjahr möchte er hier volle Power geben, um sich dann seinen Traum vom eigenen Kraftort zu erfüllen. „Ganz oben auf dem Berg gibt es eine Hütte, von der du den See, die Gipfel unserer Berge, meinen Camping-Platz und die Skyview Chalets überblicken kannst. Eines Tages werde ich diese Hütte kaufen und dort meinen Lebensabend verbringen“. Wer Andreas Panzenberger nur eine Sekunde in die Augen geschaut hat, weiß, dass er seinen Worten und Träumen Taten folgen lassen wird. Wir verabschieden uns und ich nutze die Gelegenheit, noch ein letztes Mal um den Toblacher See zu wandern. Niemand ist um diese Zeit mehr unterwegs und ich genieße die Stille und den Duft der Tannen, die bereits die Frische des kommenden Morgen versprühen. Die untergehende Sonne zieht sich wie im Zeitraffer von den Felskuppeln zurück und erste Sterne erscheinen am Firmament.

Ich halte kurz inne und lasse meine Augen den Berghang hinauf kreisen, bis sie an einer großen Lichtung Halt finden. Da ist sie, die Hütte, von der man direkt auf den See und in die Bergwelt sehen kann. Noch ist sie dunkel und wirkt verlassen, doch in ein paar Jahren wird dort sicherlich ein Licht brennen und jemand stolz hinab schauen auf seine Skyview Chalets.

Dieser Artikel entstand auf Einladung der Skyview Chalets in Toblach. Das spannende Interview mit Andreas Panzenberger gibt es hier als Podcast.

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