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Grand Hotel San Pietro, Taormina

Das touristische Herz Siziliens schlägt ganz klar im kleinen Küstenstädtchen Taormina an der Ostküste der Insel, was Fluch und Segen zugleich ist, da man die wunderbare Flaniermeile Corso Umberto niemals für sich alleine haben wird. Etwas unterhalb der brummenden Altstadt liegt das Grand Hotel San Pietro und serviert dem verwöhnten Reisenden einen unglaublichen Ausblick auf die vorgelagerte Badebucht der Isola Bella, wo bereits die ersten Badegäste im eiskalten Wasser schwimmen.

Die Bewegungen sind noch recht hektisch und schnell, da der April zwar ordentliche 25 Grad Celsius aufs Thermometer bringt, jedoch fürs Wasser kaum nennenswerte Wärme übrig hat. Ganz anders präsentiert sich da der perfekt gezogene Pool vom San Pietro, dessen weiße Sonnenschirme vor dem Blau des Meeres kontrastieren und das ultimative Italien-Gefühl vermitteln. Das kann jetzt nur noch durch einen Caprese-Salat mit Weißwein aus der Ätna-Region getoppt werden und den genehmige ich mir auf der großzügigen Sonnenterrasse und schaue den wenigen Poolbesuchern beim sonnenbaden zu.

Genug der Entspannung, denn schließlich hat Taormina jede Menge Attraktionen im Angebot und so lasse ich mir etwas dekadent, die 10 Minuten Fußweg mit dem Hotel-Shuttle verkürzen, um nur weitere 10 Minuten später den Ausblick von der Piazza IX Aprile, dem Balkon Taorminas, zu genießen.

Eingerahmt vom Uhrturm, der Bibliothek und der Chiesa San Giuseppe genießt man eine uneingeschränkte Sicht auf den Monte Tauro mit seinen Burgresten, den Ätna und das Meer. Kinder toben über den Platz, Straßenmusiker zupfen Melodien aus „Der Pate“ und Selfiesticks werden in die Höhe gereckt. Nicht minder beliebt ist das griechische Amphitheater „Teatro Greco“, welches mittlerweile rund 2.000 Jahre Musik- und Theatergeschichte auf dem Buckel hat, die Gladiatorenkämpfe aus der Römerzeit mal außen vorgelassen.

10 € Eintritt sind selbst für sizilianische Verhältnisse stattlich, doch der Blick von den Stufen des 10.000 Zuschauer fassenden Runds auf die Stadt und den vor-sich-hin-rauchenden Ätna, ist einfach jeden Cent wert. Im Sommer finden hier nach wie vor Konzerte-, Theater- und Filmvorführungen statt.

Vor dem Essen noch einen ordentlichen Spritz in einem der vielen Sonnen-Cafés und dann schließen wir auch typisch italienisch mit einer Pizza Prosciutto e Fungi in der Villa Zuccaro ab. Warum ausgerechnet die Erfinder der Pizza auf Dosenchampignons zurückgreifen, bleibt mir ein Rätsel, was jedoch dem erstklassigen Geschmack keinen Abbruch tut. Nach „schwerer Kost“ im Magen, sehne ich den Fußweg zum Grand Hotel San Pietro förmlich herbei und bin fast traurig, dass ich 10 Minuten später bereits wieder vor dem Eingang stehe.

Der nächste Morgen beginnt genauso strahlend wie der vorherige geendet hat und vom Balkon meines Zimmers im obersten 6. Stockwerk, kann ich entlang der Küste fast bis hinunter zum heutigen Tagesziel sehen. Na ja fast, denn 90 Minuten sind es schon bis Siracusa, dem einstigen New York der Griechen, die hier 4 Jahrhunderte vor Christus mit 1 Millionen Menschen auf engstem Raum gelebt haben. Ganz so pompös ist die Einfahrt in die Neustadt dann nicht, so dass ich schon halb auf Durchfahrt geschaltet habe, bis mich eine kleine Brücke auf die Halbinsel Isola di Ortigia leitet, die die Heimat der kompletten Altstadt Siracusas ist. Das Auto parkt man sicherheitshalber lieber in der videoüberwachten Garage, bevor es dann durch die engen Gassen, vorbei an Marktständen, griechischen Säulen und allerlei Kunsthandwerksläden zur alles dominierenden Piazza del Duomo geht.

Und genau wie in Kölle, dreht sich alles kulturelle Treiben rund um den Dom, der nicht nur außen, sondern auch innen gewaltig anzuschauen ist. Nach dem ferienfreundlichen Taormina, bietet Siracusa einen Hauch mehr Geschichte, wird jedoch am Ende deutlich durch das etwa 40 Kilometer südlich gelegene Barock-Monster Noto abgehängt, welches komplett von der UNESCO als Weltkulturerbe annektiert wurde. Ein Spaziergang entlang des Corso Vittorio Emanuelle II reicht völlig aus, um aus dem Staunen nicht mehr rauszukommen. Genau wie in Siracusa spielt der Dom die entscheidende Rolle, doch dieser hier erstrahlt im völlig neuen Glanze, da die Restauration nach dem Erdbeben-Einsturz erst im Jahr 2007 fertiggestellt wurde.

Einen tollen Ausblick auf die Piazza Municipio hat man übrigens vom Glockenturm der Chiesa San Francesco, den man im Gegenwert einer kleinen Spende über ein Treppenhaus im Inneren der Kirche erreichen kann. Noto ist wirklich ein Gesamtkunstwerk und nicht annähernd so stark frequentiert wie Taormina oder Siracusa, weshalb man noch etwas abwarten sollte, bis die Reisegruppen und Tagestouristen aus der Stadt geflohen sind, um in einem der vielen tollen Restaurants zu Abend zu essen, wie zum Beispiel im vielleicht besten Lokal der Stadt, dem Manna. Unbedingt das irische Tenderloin in Sherry-Senf-Sauce probieren! Siziliens Ostküste bietet tatsächlich alles was mein Italienherz höherschlagen lässt.

Prunkvolle Bauten, schmale Kopfsteinpflaster-Gassen mit vielen tollen Geschäften, mit dem Ätna einen spektakulären freistehenden Vulkan, wunderbares Essen und mit dem Grand Hotel San Pietro eine spektakuläre Unterkunft, die ihresgleichen sucht. Und dabei habe ich sogar noch das riesige Outletcenter von Gucci, Prada, Boss und Armani, welches direkt an der Autobahn zwischen Catania und Palermo liegt, völlig unterschlagen. Hier lohnt nun wirklich kein Abstecher, es sei denn man will tolle Markenklamotten für bis zu 70 % unter dem Boutique-Preis erwerben. Aber wer bitteschön, will denn so etwas?

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung der Eden Hotels & Resorts und dem Einsatz der Kollegen von Weber Shandwick, allem voran der wunderbaren Organisation von Maria Antonietta Morello.

Noch mehr Sizilien gibt es in meinem Bericht über die Kulturhochburg Palermo.

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