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Alta Badia, Südtirol

Stahlblau stellt sich der Himmel über die Granitwände der Sellagruppe und bildet einen harten Kontrast zu den schneebedeckten Hängen von Alta Badia. 130 Kilometer bestens präparierter Pisten warten auf den Ski-Enthusiasten.

Und zählt man die 12 verbundenen Gebiete des Skizirkus Dolomiti Superski dazu, sind es sogar 1200 Kilometer. Normalerweise bin ich ungern zwei oder dreimal am gleichen Ort. Doch die schönsten Berge der Welt, die herausragende Südtiroler Küche und perfekte Pisten aller Schwierigkeitsgrade, lassen mich immer wiederkommen.

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Hier gibt es keine Warteschlangen am Skilift und kein Rambazamba am Abend. Wer auf Party, Schnaps und Skischuhschunkeln steht, der ist hier definitiv fehl am Platz. Will jedoch nicht heißen, dass es im Skigebiet keine urigen Hütten und zünftige Drinks gibt. Absolutes Nationalgetränk in Südtirol ist der Bombardino, ein Eierlikör-Mix, der heiß und mit viel Sahne serviert wird. Danach fährt es sich gleich viel entspannter.

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Bevor wir uns die Bretter unterschnallen noch ein Hinweis. Ich bin absoluter Pistenfahrer. Nix Tiefschnee, nix Half-Pipe, nix Buckelpiste. Alle Freestyler, Jumper und Tiefschneecarver können sich also wieder hinlegen. Jetzt gibt es die Sella Ronda für Familienväter und Senioren.
Ausgangspunkt für den Einstieg in den schönsten Kreisverkehr Italiens ist für mich stets Corvara oder der 100 Meter höher gelegene Satellit Golfosco. Danach muss man sich entscheiden. Grün oder Orange. Die Farben stehen für die jeweilige Richtung, in der man die Sella Gruppe umfahren möchte. Eine Umrundung streift die vier großen Skigebiete Alta Badia, Arabba, Fassa Tal und Gröden und beinhaltet Pisten jeder Anspruchsklasse und Länge. Mein Favorit ist ganz klar die orange Variante, also mit dem Uhrzeigersinn. Für die gesamte Strecke sollte man mit Abstechern etwa 4-5 Stunden einplanen. Fährt man die Strecke ohne Pausen und Nebenpisten, reichen auch 2,5 Stunden für die ca. 23 Pistenkilometer.

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Startpunkt in Corvara ist die Kabinenbahn Boè, danach folgt man immer der orangen Beschriftung Sella Ronda. Verfahren kann man sich hier eigentlich nicht, da die gute Beschilderung immer wieder zurück auf die Stammstrecke führt.
Meine Highlights der Runde: Die epische Abfahrt nach Wolkenstein. In Kurven schlängelt sich die Piste hinunter ins Tal. Oben noch breit, dann zunehmend kurvig durch den Wald. Anschließend geht es mit der kuppelbaren Kabinenbahn Danterceppies bis hinauf aufs Grödnerjoch. Und da wartet auch schon die lange, vormittags noch sonnige, Abfahrt nach Golfosco. Mit der neuen Kabinenbahn Borest erreicht man schließlich wieder Corvara.

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Einzig eklige Abfahrt ist die rote Piste vom Portavescovo in Arabba nach Pont de Vauz. Grundsätzlich nicht sonderlich kompliziert, aber da hier zwei größere Kabinenbahnen gleichzeitig ankommen, ist es meist recht voll am Hang. Zudem bilden sich am Nachmittag tückische Buckel, die gepaart mit sinkenden Kräften und herumliegenden Menschen, in die Bremsen und Beine gehen. Deshalb früh aufstehen, um diesen Teil der Runde bei kompaktem Schnee zu durchfahren.

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Mindestens ein Abstecher ist allerdings Pflicht. Die Marmolada ist mit 3342 Metern, der höchste Gipfel der Dolomiten und bietet am Nordhang den perfekten Skiberg. Man kann quasi vom Gipfel direkt ins Tal fahren und das ist in den Dolomiten wirklich eine Besonderheit. Allerdings steht vor dem Spaß der Frust. Denn die Seilbahn erklimmt in 3 Etappen die Ponta Rocca, schießt dich also von 1446 Metern auf 3269 Metern in die Höhe. Das klingt spektakulär, doch macht mit Skiklamotten in einer, mit 80 Leuten überfüllten, Gondel nur bedingt Spaß. Zudem muss man halt dreimal umsteigen. Dann aber entlohnt ein Wahnsinnsblick und eine 12, ja 12 Kilometer lange Abfahrt. Meine Empfehlung: Schön portionieren und immer wieder genießen.

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Weitere Abstecher empfehle ich ins Fassatal , ins Edelweißtal bei Golfosco und natürlich ins gesamte Skigebiet von Alta Badia. Hier ist mein Favorit die Abfahrt Nummer 9A/11 von Pralongià direkt nach San Cassiano. Oder die 8,5 Kilometer lange Autobahn vom Piz Sorega nach La Villa. Meine Lieblingshütte befindet sich auf dem Cherz und heißt auch entsprechend. Kein Scherz! Umgeben von wunderschönen Abfahrten sitzt man entspannt in der Sonne und genießt Weißbier und Kaiserschmarrn. Dazu wird ein 360 Grad Panorama Blick allererster Güte serviert. Und das ist vielleicht der größte Pluspunkt für einen Skiurlaub in den Dolomiten. Zum Schluss fehlt jetzt nur noch ein Dach über dem Kopf: da empfehle ich euch das Hotel Gran Ciasa.
Hier muss man schnell sein, denn die 3 Sterne Herberge ist gerne ausgebucht, was an den hübsch gestalteten Zimmern und dem hervorragenden Essen liegt. Eine Besonderheit ist der ladinische Abend, wo Familie Declara höchstpersönlich Spezialitäten aus der Region kredenzt.

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Hier findet ihr meinen Bericht über das Skifahren auf der Seiser Alm.

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