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Lagació Mountain Residence, San Cassiano

Zum dritten Mal bereits bete ich mein Mantra herunter: „Du musst stark sein. Du wirst eine Lösung finden. Es ist zu schaffen und du wirst daraus stärker hervorkommen, als du hineingegangen bist“. Doch es ist nicht leicht, die Umstände sind mehr als widrig, die Hoffnung zerschlagen, durch den Wetterbericht in meiner App. Aber dann spricht Petrus zu mir, mit einer sanften ruhigen Stimme: „Du bist weit gekommen, mein Sohn. Bis nach San Cassiano in Südtirol. Mit Regen konntest du noch nie etwas anfangen, also warum ausgerechnet heute?“

Und so schenkt er mir ein paar sonnige Stunden in diesen, vor Wolken dampfenden Felsgöttern, die man gemeinhin als Dolomiten bezeichnet.

Bisher habe ich die Region Alta Badia meist im Winter zur Skisaison besucht und mich dem Dolomiti-Superski-Zirkus angeschlossen, der zwölf unvergleichliche Skigebiete miteinander verbindet. Der Sommer oder das, was von ihm übrig ist, hält ein Wanderparadies inmitten der Berggiganten Kreuzkofel und Sassongher bereit, denen ich mich heute auf dem Wanderweg von San Cassiano zum Heiligkreuz über 500 Höhenmeter nähere. Start und Landeplatz ist die kleine Kirche, mitten im Ortskern, von der es zunächst, vorbei an Höfen und Wiesen nach Rüdeferia geht.

Während der Start entlang der Straße noch recht gemächlich nach oben lenkt, ist danach endgültig Schluss mit lustig, denn es geht ordentlich bergan durch tiefe Wälder, die immer wieder Blicke auf die gegenüberliegende Geislergruppe freigeben. Im Nu bin ich klatschnass geschwitzt, doch ich will nicht nörgeln, schließlich war dieser Sonne-Wolken-Mix nicht annähernd vorausgesagt. Nach etwa 1 Stunde und 45 Minuten erreiche ich mein Ziel, die Heiligkreuzkirche nebst Gasthaus, wo sich heute alle Gäste in die warme Stube verzogen haben.

Die eindrucksvolle Felskappelle ist der Ausgangspunkt für Klettertouren und Wanderungen auf den 3.000 Meter hohen Kreuzkofel, dessen steile Wand sich wie ein Mahnmal vor meinen Augen aufbaut. Heute nicht mein Freund, heute ist mir das wettertechnisch zu riskant, heute habe ich noch eine heiße Verabredung mit dem Wellnessbereich der Lagació Mountain Residence, meinem Zuhause für die nächsten zwei Nächte.

Das alpine Refugium im Ortskern von San Cassiano verbindet auf einzigartige Weise die alte Südtiroler Tradition, die mit viel Holz und urigen, erdigen Elementen arbeitet, mit modernen und zeitlosen Möbeln und Accessoires.

Jede Suite wird beispielsweise von einem Leuchtkasten erstrahlt, in dem eine echte Fossile aus der Region ausgestellt ist. Im Inneren gibt es gar ein Wasserbecken in Form eines Felsens, aus dem frisches Bergwasser zum Trinken gezapft werden kann.

Überhaupt ist meine 43 m2 Suite, so raffiniert angelegt, dass eine voll einsatzfähige Küche mit Esstisch, Wohnbereich, Ankleide- und Schlafzimmer sowie Bad mit Dusche und Wanne wunderbar als vollwertige Wohnung harmonieren. Dass es natürlich auch noch einen großzügigen Balkon mit Bergblick gibt, versteht sich dann fast von selbst.

Doch die Eigentümer Margareth und Pio Canins legen nicht nur Wert auf ein einzigartiges Wohngefühl, sondern stecken ebenso viel Energie in das brutal gute Frühstück, mit seinen selbstgebackenen Broten, Kuchen und Bioprodukten aus dem Ort.

So kann man in den Tag starten oder direkt im La Palsa Spa-Bereich versinken. Nach meiner Wanderung geht es jedenfalls schnurstracks in die finnische Sauna und danach für drei Sekunden, gefühlt waren es eher 90, in die Eistonne.

So wach war ich noch nie und auch nicht so schnell die Leiter wieder hoch aus dem Holzfass. Jetzt muss das Dampfbad ganze Arbeit leisten, damit ich wieder auf Zimmertemperatur komme, denn schließlich wartet ein typisch italienisches Abendessen auf mich. Wer jetzt auf einen Restauranttipp schielt, liegt falsch, denn ich habe vorgesorgt und im gegenüberliegenden Feinkostladen Spaghettoni Alla Chitarra organisiert. Dazu ein Lagreiner, frische Tomaten, ein wenig Hackfleisch und der unvermeidliche Grappa. Besser kann man einen Abend im Lagació nicht beenden. Während ich diese Zeilen schreibe, wandert mein Blick wohlig schmunzelnd nach draußen. Petrus ist anscheinend wieder ganz der Alte und lässt es schneien, worauf ich mit Last Christmas von Wham dankend quittiere.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung des Hotels Lagacio Mountain Residence.

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