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Amalfi, Italien

4 Tage Amalfiküste und das Mitten im August, der absoluten Hauptreisezeit unserer italienischen Nachbarn. Das klingt nach Survival-Trip und großem Rummel. Aber genau so mag es dieser Küstenabschnitt auch. Stilecht mit dem Fiat 500 kurvt man durch sau enge Straßen mehrere 100 Meter über dem tosenden Meer. Hupender Gegenverkehr, Palaver an jeder Straßenecke und endlose Völkerwanderungen zwischen Parkplatz und Attraktion.

Da hilft nur Italo-Pop in voller Lautstärke und rein in den pulsierenden Rhythmus der Region. Immer entlang der sanften Hänge des Vesuv erreicht man als erstes Highlight die unter Lavaasche versunkende Stadt Pompeji. Die Anfahrt durch das Industriegebiet der Stadt ist ein echter Dämpfer. Schon als Kind hat mich diese konservierte Katastrophe fasziniert. Leider kann das Original nicht ganz mithalten. Erst wenn man das Besucherzentrum passiert, wird der Blick auf die Ruinen frei. Und erst jetzt wird einem bewusst, wie groß Pompeji damals schon gewesen sein muss und wie viel anschließend zerstört wurde. Immer wieder gibt es interessante Bauten wie z. B. das mächtige Anfiteatro oder das Teatro Grande. An vielen Ecken zeugen Absperrungen von aktuellen Ausgrabungen, die immer noch weitergehen. Angeblich ist erst 2/3 der Stadt freigelegt. Wenn man auf eine professionelle Führung verzichtet, ist man locker in 3 Stunden durch und kann sich dem Italien Life in Sorrento hingeben.

Pompeji

Die Stadt schwebt auf einem Felsplateau aus Tuffstein förmlich über dem Meer. Viele alte Villen, mittlerweile hauptsächlich Hotels und die duftenden Zitronen- und Orangengärten bestimmen das Stadtbild. Sorrento ist auch die Heimat des Limoncello. Der italienische Zitronenlikör, naher Verwandter des deutschen Klosteins, gehört hier als Absacker wirklich zu jedem Abendessen. Und zwar aufs Haus, versteht sich.

Sorrento
Nächster Tag, Capri. Wenn schon Touri, dann auch konsequent. Um die Blaue Grotte zu besichtigen, brauchst du exakt 3 Schiffe. Das Große bringt dich in einer knappen Stunde rüber, das Mittlere tuckert dich gemächlich um die Insel und das Ruderboot für ca. 5 Minuten mitten hinein in die Main Attraction. Muss man das machen? Ja, man muss. Capri ist trotz der vielen Touristen eine wirkliche Perle. Eine tolle Felsküste, eine Schickimicki Altstadt, ideal für Mädels im Designerrausch und einer Grotta Azzurra, deren Meereswasser mindestens so blau schimmert wie das Trikot der italienischen Nationalmannschaft. Also Kopf einziehen, denn die Grotte kann nur bei ruhigem Seegang befahren werden, und den schmetternden Stimmen der Gondolieres lauschen. Hier hätte ich mir ausnahmsweise einmal mehr Zeit gewünscht. Wer also smart plant, sollte auf Capri übernachten.
Die Fahrt entlang der legendären Amalfiküste ist schlichtweg atemberaubend. Immer schön Hände am Steuer und Blick auf die Straße. Romantische Träumer sollten die Aussichtspunkte eher meiden. Ich habe noch nie. Noch nie. Never ever, so viel Abfall auf Parkplätzen wie im südlichen Italien gesehen. Eigentlich unfassbar für solch einen touristischen Hotspot. Am besten blindlings durchwaten und abhaken. Es gibt nämlich zwei echte Perlen an den Hängen der Monti Lattari.

Positano

Positano ist sicherlich einer der elegantesten Badeorte Italiens, durch die Menschenmassen vermag man das im Hochsommer leider kaum zu beurteilen. Aber die kubischen Häuser, die sich entlang der Gassen und Treppen vom Parkplatz (in der Regel weit oben am Hang) bis hin zum Meer (in der Regel ganz unten) aneinanderreihen, machen einen Besuch mehr als lohnend. Geschäft an Geschäft, hin und wieder ein Maler mit seiner Staffelei, Eiscreme aufgetürmt wie ein Christstollen. Italien, dafür liebe ich dich.
Der Ort Amalfi selbst, sollte der 2. Pflichtstopp entlang der Küstenstraße sein. Der Strandabschnitt erinnert stark an die überfüllten Stadtstrände der Cote dÀzur, dafür ist die Altstadt rund um den Dom von Amalfi sehenswert. Auch die barocke Kirche selbst lohnt einen Besuch. Mystisch die Atmosphäre im angrenzenden Kreuzgang.

Amalfi
Abrunden sollte man den Tag im Belvedere der Villa Cimbrone. Dieses herrschaftliche Anwesen liegt auf einem Bergausläufer im noblen Ort Ravello. Von der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick auf das 300 Meter tiefer gelegene Meer.

Amalfi
Das Hotel Villa Garden in Sorrento war eine gute, solide Unterkunft zur Erkundung der Region. Die Terrasse mit Blick auf den Vesuv eignet sich perfekt zum Sundowner. http://www.villagardenhotel.com

Noch mehr Italien-Feeling findet ihr in meinem Bericht über Palermo auf Sizilien.

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