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Homer, Alaska

Nach 3 Wochen Good Life auf Hawaii ging es im Juni 2015 noch für 7 Tage nach Alaska. Anfängliche Sorgen um den Billig-Carrier Alaska Airlines waren schnell verflogen. Von Honolulu nach Anchorage segelte uns ein erfahrener Vietnam-Veteran in 6 Stunden sicher ans entlegenste Ende Nordamerikas. Der Himmel wolkenlos, der Touchdown pünktlich um 5.20. 16 Stunden Licht und Sonne warteten da draußen.

Eigentlich alles perfekt, doch leider noch kein Rental Car Agent am Counter. Gewonnene Zeit war schnell verloren, doch um 6.30 ging es dann endlich in die Wildnis. Erster Stopp war das beschauliche Girdwood, bestehend aus 4 Straßenzügen und einem geöffneten Café. Aber das hat es in sich. The Bake Shop wird seit 19 Jahren von Mike und Stefanie geführt. Deutsche Leitung! Und dementsprechend gibt es hier auch das beste Frühstück in ganz Alaska. Also kein nice to have, sondern ein Pflichtstopp liebe Leute. Sourdough Pancakes und House Made Jam, mehr braucht kein Mensch zum Überleben hier draußen.

Weiter auf dem Seward Highway, immer entlang des beeindruckenden Turnagain Arm, wartet bereits der beeindruckende Portage Glacier auf euch. Da der Gletscher nicht mehr vom Besucherparkplatz einsehbar ist, muss man unbedingt die Bootstour buchen. Dauert nur 1 Stunde und kostet etwa 40$, dafür fährt das Schiff ganz nah an die kalbenden Gletscherzungen, die direkt in den Portage Lake brechen. Hier kommen sogar Genießer auf ihre Kosten, denn der Kapitän fährt zur Sicherheit dreimal an der Abbruchkante entlang. Die Masse johlt laut auf, wenn mal wieder ein Eisstück in den See donnert. Eigentlich kein Grund zur Freude, denn mit jedem Abbruch stirbt der Gletscher ein klein wenig mehr. Wandern im umgebenden Chugach National Forest kann ich nur empfehlen, man sollte aber zumindest eine Bärenklingel dabei haben. Ansonsten Auflösung siehe Leonardo DiCaprio in „The Revenant“. Ich hatte natürlich nichts dabei und war ziemlich geschockt, als plötzlich zwei Black Bears den Weg kreuzten.

Mount Redoubt

Der Seward wird zum Sterling Highway und die Fahrt nach Homer zum Genuss erster Güte. Ist wirklich der Hammer. Seen, Wälder, Gletscher, das Meer, schneebedeckte Vulkane wie der Mount Redoubt. Es gibt nicht diesen einen speziellen Platz, sondern tausende am Rande der Straße. Da hilft nur immer wieder anhalten und Kamera drauf. Einzig fixer Stopp vor Homer ist noch die Russisch-Orthodoxe Kirche samt Friedhof in Ninilchik. Ein wenig spooky, aber beeindruckend. In der Regel hat man den Platz hier für sich alleine.

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Homer selbst ist aufgrund seiner Lage in der Kachemak Bay der Hammer. Fast schon ein wenig zu touristisch reihen sich bunte Holzhäuser auf dem berühmten Homer Spit, eine Landzunge die mitten in den Gulf of Alaska hineinragt. Restaurants, Souvenirshops und gottseidank auch das beeindruckende Arsenal eines Aussteigers inklusive verschrotteter Autos, trockengelegter Fregatten und einem Bus, der dem Christopher McCandless ziemlich ähnlich sieht. Wer sich also den Stampede Trail im Denali Nationalpark sparen will, kann hier auch sein „Into the Wild“ Foto machen.

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Abschließend noch Unterkunft und Gastro-Tipp. Die Übernachtung in den Kenai Peninsula Suites, kurz vor Homer direkt am Sterling Highway, kann ich nur wärmstens empfehlen. Die rustikalen Blockhütten bieten allen Komfort und der Blick von der Veranda reicht bis zu den verschneiten Gipfeln der Aleutian Range (Preis ca. 270 $/Nacht). Abendessen in der Little Mermaid, bei Trip Advisor ganz weit vorne, kann man, muss man aber nicht machen. Das Lokal sieht wirklich top aus, das Essen ist leider nur Durchschnitt. Zumindest ist der Heilbutt in seiner Wasser-Tunke ziemlich abgesoffen.

HomerMcCandless

Noch mehr Alaska gibt es in meinem Bericht über den Denali Nationalpark.

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