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Romantik Hotel Schweizerhof, Grindelwald

Grindelwald ist für mich, mit seinen Almhütten, den blühenden Wiesen und mächtigen Viertausendern, der perfekte Flecken Schweiz, den sich eigentlich nur ein heilloser Romantiker so ausdenken kann. Doch es gibt ihn wirklich und mitten in dieser Bilderbuchkulisse befindet sich das Romantik Hotel Schweizerhof, das bereits seit 127 Jahren Gäste in Empfang nimmt.

Das familiengeführte Traditionshaus zählt nicht umsonst zu den Romantikhotels, denn viele kleine Details in den Zimmern und Suiten wirken verspielt und harmonisch, so dass sich die Gäste hier direkt wohlfühlen und am liebsten diesen Ort nicht mehr verlassen wollen.

Mich verschlägt es in eine der schönen Residenzen mit integriertem Wohn- und Essbereich, einem separatem Schlafzimmer und dem herrlichen Aussichtsbalkon mit Blick auf die Eigernordwand. So kann man die Zeit in Grindelwald wahrlich genießen und alsbald die erste Wanderung angehen, die mich zur Bäregg-Hütte führen sollte.

Die etwa 700 Höhenmeter kürze ich mit der Pfingstegg-Bahn ein wenig ab, um mich auf den 90-minütigen Panoramaweg entlang des Unteren Grindelwaldgletschers zu fokussieren. Auch wenn sich das Eis in den letzten Jahren stark zurückgezogen hat, ist der seitliche Blick in die Tiefe der Schlucht und auf den mächtigen Gipfel des Eiger, mehr als atemberaubend.

Doch der Trail sammelt die Höhepunkte an einer Perlenkette und führt gemächlich und ohne Schwierigkeiten immer weiter nach oben. An der Bäregg-Hütte selbst, bietet sich das erste größere Panorama in die Gletscherwelt mit seinen unzähligen Wasserfällen, die hier unmittelbar auf Gletscherspalten treffen und beeindruckende Eisbrücken entstehen lassen.

Wer an dieser Stelle bereits glaubt, den Höhepunkt dieser Naturorgie erreicht zu haben, der sollte, mit aller Vorsicht, noch den Aussichtspunkt Bänisegg ansteuern, der nach weiteren 60 Wanderminuten am Wegesrand zur Schreckhornhütte zu erreichen ist. Auch wenn der alpine Pfad keine Schwierigkeiten macht, hält er doch eine Tücke parat, auf die mich ein alter Wandersmann am Wegesrand hinweist. „Sei vorsichtig mein Freund. Die nächsten Meter solltest du auf Zehenspitzen absolvieren, denn dieser Erdhang könnte jederzeit in die Tiefe stürzen. Die Geologen sagen, dass es in 5 Minuten oder auch erst in 14 Tagen soweit sein könnte. Doch eines ist sicher: Es wird passieren“. Ich muss, ob dieser prophetischen Voraussage, unwillkürlich schlucken und sehe bereits die rot-weißen Absperrbänder vor mir, die den gefährdeten Bereich großzügig mit einem provisorischen Trampelpfad umkreisen. Dennoch gehe ich mit einem mulmigen Gefühl weiter und versuche, möglichst wenig Druck auf meine Bergschuhe auszuüben.

Irgendwann ist dann der Hinweg geschafft und ich starre voller Faszination auf die Gletscherzungen, die noch um Einiges eindrucksvoller sind als vom Aussichtspunkt der Bäregg-Hütte.

Zudem ist man hier, in der Wildnis des Berner Oberlandes, nahezu alleine unterwegs, da die zahlreichen Tagestouristen meist die Zugfahrt hinauf aufs Jungfraujoch buchen. Insgesamt sollte man für die Tour gute 5 Stunden einplanen, die man anschließend im Wellnessbereich oder bei einem guten Abendessen im Schweizer Hof, Revue passieren lassen kann.

Jedenfalls hat man auf der Sonnenterrasse den Eindruck, dass alle Gäste diesen fantastischen Sommertag für spannende Erlebnisse genossen haben. Es wird viel gesprochen, gestikuliert und das ein oder andere Gläschen Wein getrunken.

Als Dessert wird der Eiger von der untergehenden Sonne in eine glühend-rote Feuerwand verwandelt, die ein wahres Fotogewitter auslöst und uns alle kurz das fantastische Dinner vergessen lässt.

Noch mehr Attraktion verspricht am nächsten Morgen die Fahrt auf den First, der von den Marketing-Profis von Grindelwald-Tourismus vollmundig als „Top of Adventure“ betitelt wird. Während die 25-minütige Gondelfahrt noch recht geruhsam vonstatten geht, sorgt der „First Cliff Walk“ für jede Menge Nervenkitzel und trennt die schwindelfreie Spreu vom Weizen.

Auf freihängenden Stegen und Hängebrücken wandelt man direkt über dem Abgrund und blickt auf das gegenüberliegende Gemälde aus Schreckhorn, Eiger und Jungfrau. Dabei überlagert das Dauerstaunen eindeutig mein Schwindelgefühl, so dass ich die spektakulären Aussichten mehr als genießen kann.

Doch zurück zur Natur, denn die gibt es mit dem Bachalpsee in dieser Höhenlage ebenfalls. Etwa 40 Minuten sind es von der Plattform des First bis zum See, der gerne als Picknickplatz von Wanderern und einigen Bergziegen genutzt wird.

Während die einen also noch Schlemmen, sagt mir der Blick zum Himmel bereits, dass ein drohendes Gewitter den Rückweg zu einer feucht-donnernden Angelegenheit machen könnte. Zeit für den zweistündigen Abstieg und mit einem letzten Sprint an der Bahnhofsstation von Grindelwald, schaffe ich die erlösende Rettung in meinen geliebten Schweizerhof, wo man schon mit Kaffee und Birnen-Schoko-Torte auf mich wartet.

Das Gewitter zieht krachend vorüber und die Abendsonne rankt sich ein weiteres Mal um die steilen Zacken der Eigernordwand. Wohl dem, der dieses Schauspiel von seiner Terrasse aus observieren kann, um einen Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Einen Moment, der Grindelwald und den Schweizerhof in seiner ganzen Perfektion zeigt und unendlich viel Lust macht, auf ein baldiges Wiedersehen.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Romantik Hotel Schweizerhof in Grindelwald.

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