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Villa Sostaga und Verona

Der letzte Kilometer meiner Reise windet sich wie eine Schlange durch die Zypressenwälder bei Navazzo und gibt bereits einen Vorgeschmack auf das grandiose Panorama an der Villa Sostaga. Nicht, dass man als Fahrer die Aussicht genießen könnte, denn die einspurige Straße fordert höchste Konzentration und so bin ich am Ende froh, noch vor Sonnenuntergang, das eindrucksvolle Boutique Hotel erreicht zu haben.

Der Speisesaal thront wie ein Schwalbennest am Abgrund und serviert den Gardasee in all seiner Herrlichkeit, während die Karte ein gehobenes Menü aus italienischen Spezialitäten bereithält.

Direkt gegenüber blickt man auf den Monte Baldo und das lebendige Ostufer, während man hier auf der Westseite die Ruhe vor den Touristenmassen genießt. Orte wie Limone oder das beschauliche Gargnano haben sich einen Rest ihrer Ursprünglichkeit bewahrt, ohne auf die gewohnte Infrastruktur aus Restaurants und Boutiquen verzichten zu müssen.

Es ist die Genießerseite am See und die Villa Sostaga macht es ihren Gästen leicht, sich sofort zu verlieben. Ein  beheizter Pool mit Jacuzzi, die gigantische Sonnenterrasse und eine wunderschön gepflegte Gartenanlage machen den Aufenthalt zu etwas Besonderem.

Doch ich bin diesmal nicht nur wegen des Gardasees im nördlichen Italien, denn ich erfülle mir nicht weniger als einen Jugendtraum, denn der italienische Schmacht-Rocker Nek, hat schon in den 90er Jahren meinen CD-Player gefüttert. Dann war er lange Zeit verschollen wie das römische Reich, nur um im Spätsommer 2019 wieder aufzutachen. Und nun füllt er also das weite Rund der Arena di Verona, mit seinen 22.000 erwartungshungrigen Besuchern, die zu 99 % aus Bella Italia kommen. Und eines vorab, es sollte eine legendäre „notte italiana“ werden. Doch bevor ich mir die Musik um die Ohren wehen lasse, brauche ich natürlich kulinarische Unterstützung. Es ist gar nicht mal so einfach, um 17.30 eine ordentliche Pizza in Verona aufzutreiben. Zum einen lenken die wunderbar schmalen Gassen der Altstadt, mit ihren vielen exklusiven Geschäften, Kirchen und Denkmälern vom eigentlichen Fokus ab.

Zum anderen haben die Osterias mit ihren Pasta- und Salatgerichten mittlerweile deutlich die Oberhand gewonnen. Mein eigentlicher Favorit, die Pizzeria San Mateo, die inmitten einer historischen Kirche residiert, hat noch geschlossen und ist mir aufgrund des wunderschönen Frühsommer-Wetters eindeutig zu düster. Dann doch lieber das Ristorante Boccondivino, welches in zweiter Reihe an der Etsch liegt, die heute recht lebhaft durch Verona fließt.

Und siehe da, die Vorbereitung könnte kaum besser sein: Caprese, Pizza Prosciutto e Funghi und Tiramisu. Und wenn schon Italo-Pop, dann bitte auch mit einem ordentlichen Schluck Lambrusco ablöschen. 8 Prozent Umdrehungen später, sitze ich entspannt auf den Steinstufen der 30 nach Christus erbauten Arena und sondiere das altersmäßig gemischte Publikum. Um 21.15 betritt dann Filippo Neviani mit seiner 5-köpfigen Band die Bühne und knallt uns gefühlte 30 Hits um die Ohren, nur um locker 30 weitere auszulassen. Der italienische Fan zeichnet sich übrigens durch extreme Textsicherheit und einen ausgeprägten Hang zur rhythmischen Bewegung aus. Nek selbst begeistert mit Stimmgewalt und Entertainmentfaktor und entlässt uns, mit der Zugabe aus „Unici“, „Se io non avessi te“ und der Konfetti-Arie „Fatti avanti amore“ nach über 2 Stunden, in die sternenklare Nacht.

Am nächsten Tag wartet dann noch die wunderschöne Verona auf mich und folglich liefere ich noch die 5 ultimativen Tipps für Frischverliebte nach, denn schließlich haben sich in Verona Romeo und Julia gedatet. Und zwar ganz ohne Tinder!

Nummer 1 ist die Via Cappello, wo im Innenhof der Hausnummer 23 das berühmte Haus der Julia samt Balkon (früher übrigens ein Sarkophag) zu bewundern ist. Eigentlich ja recht schmucklos und unscheinbar, wären da nicht die Millionen von Graffitis aus Namen, Herzen und Liebesbekundungen. Angeblich soll ja alles eh ein Fake „Trumpschen“ Ausmaßes sein, da es früher gar keine Balkone gab und alles sowieso erfunden ist. Aber Liebe macht bekanntlich blind und so hat Shakespeares Kulisse einen würdigen Platz gefunden.

Nummer 2 ist die 1290 erbaute Basilica di Anastasia, wohl das bedeutendste gotische Bauwerk in Verona. Tolles Interieur und einzigartige Atmosphäre. Hätte ich zum Audio-Guide gegriffen, würden hier noch ein paar Zeilen stehen. Doch Zeit war immer schon mein Engpass-Faktor.

Nummer 3 ist die berühmte Piazza delle Erbe, ein belebter Marktplatz inmitten des historischen Zentrums, der vor historischen Monumenten und Bauten nur so strotzt. Darunter der Torre dei Lamberti und der Palazzo del Comune.

Nummer 4 ist die wohl schönste Aussicht auf die Ziegeldächer der Altstadt. Die gibt es kostenlos vom Castel San Pietro auf der anderen Etsch-Seite.

Und zum krönenden Schluss gibt es noch den ultimativen Ausflugstipp ins 47 Kilometer entfernte Spiazzi, wo mit dem Sanctuario Madonna della Corona ein spektakulärer Wallfahrtsort auf 773 Metern Höhe zu besichtigen ist. Das Auto lässt man einfach auf dem großen Parkplatz im Dorf stehen und geht die Stufen in etwa 20 Minuten hinunter zur Kirche, die direkt in den Felsen gebaut wurde.

Auch wenn Verona und der Gardasee mittlerweile liebgewonnene Klassiker sind, entdeckt man immer wieder neue Seiten and diesen Ikonen der Reiseindustrie. Wie zum Beispiel das Boutiquehotel Villa Sostaga, wo die ersten Gäste wahrscheinlich jetzt schon wieder am funkelnden Hotelpool liegen und aufs tiefe Blau des Gardasees hinabblicken. Trinkt einen Aperol Spritz auf mich und genießt eure Zeit.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Boutiquehotel Villa Sostaga.

Noch mehr Gardasee gibt es übrigens in meinem Artikel über das  Grand Hotel Fasano. Weitere Top-Hotels findet ihr auch in meinem neuen Blog Premium Escapes.

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