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&BEYOND Xudum Okavango Delta Lodge, Botswana

Es gibt eine Welt da draußen, die so viel schöner ist als die, in der wir normalerweise leben. Eine Welt ohne Straßen, ohne Lärm und Verschmutzung, eine Welt in der das größte Geschenk ein Sonnenaufgang über den grasbedeckten Wasserwegen des Okavango Delta ist. Ich bin zurück in Afrika und es trifft mich mitten ins Herz. So viel Ursprünglichkeit, so viel Landschaft, so viel Wärme. So viele gutherzige Menschen, so viele wilde Tiere, die in Frieden ein letztes Ökosystem aufrechterhalten, dass vor Jahrtausenden seinen Anfang nahm und vielleicht irgendwann verschwunden sein wird. Ja, ich bin Mitten in Botswana, auf dem Lookout meiner &BEYOND Xudum Okavango Delta Lodge Suite und lasse den Blick über die Steppe gleiten, stets in der Hoffnung auf Elefanten zu stoßen.

Wahrscheinlich muss ich nur geduldig sein, so wie der Reisende, der sich auf das Abenteuer Okavango Delta einlässt. Los geht alles mit dem 2 ½ stündigen Flug von Kapstadt nach Maun und wem diese Maschine schon klein vorkommt, der dürfte sich über den Flieger von mackair erst recht freuen, denn jetzt geht es per Buschtaxi in 10 Minuten-Häppchen von Airfield zu Airfield, da kaum eine der Lodges per Auto erreichbar ist.

Die Vogelperspektive über das grüne Kanalsystem des Okavango Delta ist jedoch unbezahlbar und man kann den Elefanten fast zuwinken, bevor man wieder runter und anschließend hoch gleitet. Beim Anblick der zahlreichen Hinterlassenschaften auf der Landebahn, frage ich mich jedoch, wie der Pilot wohl reagieren würde, wenn wir bei Landung auf einen Dickhäuter treffen. Doch der Touchdown ist verhältnismäßig sanft und bereits beim Ausrollen, macht sich ein Jeep von &BEYOND auf den Weg, um uns in Empfang zu nehmen. „Wanna make a joyride?“ fragt der freundliche Guide, wobei ich nicht annähernd erahne, was er denn damit so meint.

Doch die wahre Bedeutung einer Spritztour zeigt sich nur Minuten später, als wir die erste von vielen noch folgenden Wasserstellen durchqueren und ordentlich die Füße hochziehen, um nicht unterzugehen. Doch immer, wenn du glaubst, das geht nicht gut, sind wir auch schon durch und kümmern uns um die einzigartige Tierwelt, die bereits auf der einstündigen Fahrt zur Lodge die gesamte Klaviatur ausspielt.

Elefanten, jede Menge Antilopen und eine Büffelherde markieren einen guten Start, bevor wir vom Gesang der Teammitglieder in Empfang genommen werden. Danach erklärt uns Guest-Relation-Managerin Adi die Besonderheiten der Anlage: Keine Solo-Läufe bei Dunkelheit, zwei Game-Drives pro Tag, der Wake-Up-Call ist stets um 5. Und immer daran denken: Augen auf, denn die Tiere kommen bis zur Haustür, wie wir in den nächsten Tagen zu Genüge erfahren sollten.

Jetzt aber ab aufs Zimmer und hier gelingt es dem Xudum-Team einen hoch-verwöhnten Reise-Blogger vollends zu verzaubern, denn die Suite versprüht afrikanischen Luxus mitten in der Wildnis. Schlafzimmer mit Kuschelsofa, Bad mit freistehender Wanne und Wasserfalldusche, Lookout mit Chill-out-Area und dazu ein eigener Pool mit Blick auf das Delta.

Die Welt kann so perfekt sein und ich weiß gar nicht, was ich zuerst machen soll vor lauter Begeisterung. Am Ende wird es der Sprung in den Pool und ein erstklassiges Drei-Gänge-Menü auf der Veranda im Haupthaus.

Ich gehe früh schlafen, um am nächsten Morgen meinen Weckruf, der aus einem gesprochenen „Knock Knock“ besteht, nicht zu verpassen, habe aber kaum mit dem anregenden Nachtprogramm gerechnet. Pünktlich zur Geisterstunde schleichen 2 Kudus ums Chalet und wirken dabei so nah, als lägen sie direkt neben mir. In der Hoffnung, dass sie es nicht durch das Moskitonetz schaffen, versuche ich wieder einzuschlafen, bevor wir zur ersten Pirschfahrt aufbrechen, die auf die Dienste eines waschechten „Wildlife-Spotters“ setzt, der vorne auf der Kühlerhaube stets den Blick ins Tierreich gerichtet hält.

Na gut, denke ich mir, mit so einem Wildlife-Spotter wird es ja jetzt geradezu flutschen im Gehege, doch Botswanas Tierwelt ziert sich heute Morgen und neben Gazellen, Zebras und Gnus lassen die Big 5 noch auf sich warten. Kurz bevor ich unseren „Spotter“ schon auswechseln will, da er gefühlt an allem vorbeischaut was sich bewegt, muss ich seiner wahren Stärke am Ende deutlich Tribut zollen. Mit Argusaugen analysiert er frischen Dung auf alter Piste und erspäht eine Nashornherde im Gebüsch. Getreu dem Motto jeder Tech-Konferenz: „Just follow the latest shit“ braucht es ein sensibles Gespür, um an die großen Dinge des (Tier-) Lebens zu gelangen. Respekt mein Lieber, das war nicht einfach.

Nach 4 Stunden werde ich ordentlich durchgerüttelt am Lunch-Table abgegeben und für 3 Stunden in die wohlverdiente Mittagspause geschickt.

Ein weiterer Höhepunkt sollte mit der stilechten Fahrt im Mokoro durch die Wasserwege des Okavango Deltas folgen. Unser Guide O.T., nein kein Rapper im Außendienst, dirigiert uns mit einem Stab durch das Schilfgras, welches aufgrund der Trockenzeit, recht hoch aus dem Wasser ragt und schwer zu durchdringen ist.

Das Licht fällt in warmen und satten Strahlen über eine Landschaft, die einem Monet-Gemälde afrikanischer Prägung entsprungen scheint und schöner kaum vorstellbar ist.

Kurz vor der Rückkehr zur Lodge stoßen wir, sicher nicht ganz zufällig, auf eine „Floating-Bar“, die das wundervolle &BEYOND Team um unseren Butler S.P. im Schilf eröffnet hat. Champagner zum Sundowner gefällig? Und ob!

Der zweite Tag beginnt mit einem Game Drive durch wunderbar grüne Weiden, die mich aufgrund der kurzen Halme, spontan an einen riesigen Golf Course erinnern. In diesem Sinne wohl Gottes eigenen Golfplatz, der beste Bedingungen für Antilopen, Zebras und Impalas bietet, leider jedoch noch nicht für Löwen oder Leoparden, die wir gerne vor unsere Linse bekommen würden.

O.T. und sein Jeep geben wirklich alles und verfolgen jede noch so kleine Spur, doch das Safari-Glück lässt weiter auf sich warten. Ein heißer Kaffee-Amarula-Schuss baut das Team wieder auf und mit Motivationsparolen und Aufputsch-Phrasen geht es in den zweiten Teil der Pirschfahrt, die mit einem jagenden Leoparden am Ende fürstlich belohnt wird.

Jetzt aber ab ins Camp, denn es ist bereits 10.30 Uhr und damit Zeit für den ersten Gin Tonic. „Wirklich jetzt schon?“ frage ich meinen Freund S.P. „Ja, es muss sein. Den habe ich extra für dich gemacht“. Tja, S. P. kann wirklich überzeugend sein und entlässt mich in die Pool-Siesta, die bei 35 Grad im Schatten, mehr als willkommen ist.

Es ist bereits dunkel, als wir uns mit rotierenden Flashlights dem Camp nähern. Eine Nilpferdherde wird geblendet und verschwindet wieselflink im Unterholz. Ganz in der Ferne prasseln bereits die Leuchtfeuer der Lodge, denn heute ist der traditionelle Bouma Abend, wo der Chef de Cuisine mit seinem Team das Menü „Made in Botswana“ direkt über den heißen Feuerschalen serviert. Dafür wechseln wir die Location, sitzen mit Kerzenlicht direkt im warmen Sand und erfreuen uns an den außergewöhnlichen Kreationen aus Fleisch und Fisch. Ein perfekter Abschluss für diesen außergewöhnlichen Tag, der über 8 Stunden Game-Drive geboten hat und uns mit jeder Menge Geschichten und Beobachtungen in die sternenklare Nacht schickt. Der ein oder andere sitzt noch am Lagerfeuer und zeigt, ähnlich alter Kriegswunden, die besten Schnappschüsse des Tages und bereichert unsere Runde.

Mein Fazit lautet: Neben der wundervollen Landschaft, die geprägt ist von großen Grünflächen, überfluteten Kanälen, mächtigen Baoab Bäumen und den prägnanten Termitenhügeln, ist es vor allem die einzigartige Lage der Xudum Lodge, die einen Aufenthalt so spektakulär macht. Mag sein, dass die Tierdichte in anderen Nationalparks größer ist, dafür lässt es sich hier abseits der Wege fahren und man hat Elefanten, Wasserbüffel oder Nashorn ganz für sich allein, denn die &BEYOND Jeeps teilen sich immer auf, um Massenszenen zu vermeiden. Fast hätten wir am Ende doch noch unseren Löwen bekommen, meint zumindest O.T., als er auf den abgefressenen Schädel eines Wasserbüffels zeigt und meint: “Den haben sich die Löwen geschnappt. Vor 3 Jahren“. Puh, das war knapp.

Die Zeit ist gekommen um Abschied zu nehmen, von den Menschen, den Tieren, dieser einzigartigen Landschaft und natürlich der &BEYOND Xudum Lodge.

Ein letztes Mal sitze ich auf meinem Aussichtsposten und blicke auf das unendliche Schilf des Okavango Delta. Keine Hundert Meter von mir entfernt schreitet eine Elefantenfamilie erhabenen Schrittes durch das knietiefe Wasser und dreht sich zu mir um. Ein letztes Mal.

Dieser Artikel entstand auf Einladung von &BEYOND. Vielen Dank an das großartige Team der Xudum Okavango Delta Lodge und der wunderbaren Kasia Sliva von &BEYOND, ohne die dieser Aufenthalt nie möglich gewesen wäre.

Noch mehr Expeditionen ins Tierreich gibt es in meinem Artikel über die Serengeti.

One comment

  1. Grandiose Landschaft ,sehr gut interpretiert.Das Fernweh hat mich wieder fest im Griff
    Erinnerungen werden wach an Michael Jackson‘s „Earth Song“ das geht unter die Haut.

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