Der Winter in Kanada ist für viele sowas wie ein Sehnsuchtsort. Tief verschneite Landschaften, klirrende Kälte, die in der Sonne glitzert, und dieses ganz besondere Licht, das alles ein wenig größer, weiter und stiller wirken lässt.

Und wenn man dann auch noch im Banff Nationalpark landet – dieser Sahneschnitte im Westen des Landes –, dann ist klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Winterurlaub, sondern ein Traum, der langsam Wirklichkeit wird.

Schon die Anfahrt nach Banff fühlt sich an wie der Einstieg in eine andere Welt. Die Rocky Mountains türmen sich links und rechts der Straße auf, die Wälder tragen schwere Schneelasten und irgendwo zwischen all dem Weiß liegt dieses kleine, lebendige Bergstädtchen, das es schafft, alpine Gemütlichkeit mit kanadischer Coolness zu verbinden.

Banff ist kein Ort, den man nur zum Schlafen besucht. Restaurants, Bars, kleine Shops, Galerien – alles ist fußläufig erreichbar, alles lebt, im klirrend kalten Winter. Und mittendrin, fast unauffällig und doch perfekt platziert liegt das Peaks Hotel & Suites.

Ein paar Schritte über Kopfsteinpflaster, und man steht buchstäblich im Herzen von Banff. Und trotzdem fühlt sich das Peaks wie ein Rückzugsort an, ein ruhiger Gegenpol zum Trubel auf den weihnachtlich geschmückten Einkaufsstraßen.

Genau diese Balance macht den Reiz aus. Morgens öffnet man die Tür und ist sofort Teil des Ortes, abends kehrt man zurück in eine warme, moderne Oase mit Bergblick. Unsere Unterkunft, eine Loft Suite, setzt dem Ganzen die Krone auf. Zwei Ebenen, hohe Decken, dazu viel Raum zum Durchatmen.

Oben das King-Size-Bett, unten eine gemütliche Sitzecke, Pantry für den ersten Kaffee am Morgen – und draußen Norquay Mountain, der wie ein stiller Hüter über Banff wacht.

Das Städtchen ist umgeben von einigen der besten Skigebiete Kanadas, und Sunshine Village macht seinem Namen selbst im Winter alle Ehre.

Weite Hänge, trockener Pulverschnee, dazu diese unglaubliche Ruhe. Skifahren hier fühlt sich entschleunigt an, fast meditativ. Kein Gedränge, keine Hektik – nur lange Abfahrten und dieses leise Zischen der Kanten im Schnee.

An einem der nächsten Tage tausche ich die Ski gegen Wanderschuhe und verlasse den Highway 1, um über die verschneite Nebenstraße 1A zum Johnston Canyon zu fahren.

Die Straße ist kaum geräumt, doch der Grip auf dem kompakten Schnee ist erstaunlich gut. Im Januar ist man hier fast allein unterwegs – ein Luxus, den man sich im Sommer kaum vorstellen kann.

Der Weg zu den Lower Falls ist kurz, nur 1,1 Kilometer, führt aber durch eine tief verschneite Schlucht, die mit jedem Schritt ein wenig märchenhafter wird. Als ich durch die schmale Felsöffnung trete, raubt mir der Anblick schier den Atem: Eine gewaltige Orgel aus Eiszapfen stürzt sich in die Tiefe, umrahmt von einem milchig-grün schimmernden Pool.

Unter der Eiskruste lebt der Wasserfall weiter, dampfend, kraftvoll, fast wie ein Geysir. Noch beeindruckender wird es auf dem Weg zu den Upper Falls, wo ein gigantisches Eisgebilde wie ein fremdes Wesen von der Felsdecke hängt. Kanada zeigt hier winterliche Dramatik in seiner reinsten Form.

Zurück im Peaks Hotel & Suites wartet rustikale Kaminromantik, die mich augenblicklich schläfrig werden lässt. Vielleicht ein kurzer Powernap oder wieder raus ins Städtchen? In einer Bar läuft Eishockey, die Stimmung ist ausgelassen, und zum Dinner geht es ins The Bison Restaurant. Der gleichnamige Burger ist Pflicht: perfekt zubereitetes Fleisch, Ofenkartoffel, gegrilltes Gemüse, dazu ein kanadischer Merlot. Genau so schmeckt ein Winterabend hier in Banff.

Der nächste Morgen beginnt im Crave Mountain Grill, ebenfalls Teil des Peaks mit Eggs Benedict, Eggnog French Toast, frischen Omeletts, knusprigem Bacon und natürlich Ahornsirup in all seinen Variationen. Besser kann man einen Skitag nicht starten, vor allem wenn die legendären Pisten von Lake Louise auf dem Plan stehen.

Als erstes nehme ich die Gondel mit dem herrlich kanadischen Namen Grizzly Express, mit dem ich zehn Minuten später über tief verschneite Wälder schwebe. Plötzlich öffnen sich Abfahrten, die scheinbar endlos ins Tal führen. Der Schnee ist vielleicht nicht so episch wie in Colorado, aber wunderbar zu fahren. Die Aussicht auf den mächtigen Victoria-Gletscher ist überwältigend und die bis zu acht Kilometer langen Runs machen einfach Laune. Besonders die Back Bowls mit der Nummer 109.

Am Ende kehre ich zurück ins Peaks Hotel & Suites mit müden Beinen, klarem Kopf und einem tiefen Gefühl von Zufriedenheit. Banff im Winter ist mehr als ein Reiseziel. Es ist ein Ort, der verbindet – mit der Natur, mit dem Moment und mit sich selbst. Und genau dafür ist das Peaks der perfekte Ausgangspunkt, ein Platz, den man im Herzen mit nach Hause nimmt. In Erinnerungen, Bildern – und diesem leisen Wunsch, bald zurückzukehren.
