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Santorin, Griechenland

Nirgendwo scheint man dem Himmel näher, als unter den blauen Kirchenkuppeln der Kykladen-Insel Santorin. Sie bilden eine perfekte Symbiose mit den weiß gestrichenen Häusern, die sich entlang der Klippen eines Vulkankraters ziehen und vermitteln das Gefühl, über den weltlichen Dingen zu schweben. Die kleine Ferieninsel Santorin hat sich in den letzten Jahren zum Instagram Hot-Spot schlechthin entwickelt, den man zumindest einmal im Leben gesehen und abgelichtet haben muss. Doch es steckt natürlich so viel mehr hinter der perfekten Fassade eines griechischen Urlaubstraums, den es für mich nun zu entdecken gilt.

Alles beginnt mit einer kleinen Geschichtsstunde im Hause meiner Gastgeberin Katerina, die mich in ihre Ifestio Villas eingeladen hat. Sie erklärt mir anhand einer Karte, wie die Insel im 16. Jh. vor Christus durch einen Vulkanausbruch verwüstet wurde und die heutige Landschaft mit all den kleinen Inseln und der markanten Caldera entstanden ist. Ihr ist es wichtig, dass Santorin nicht nur als Tummelplatz für Fotografen wahrgenommen wird.

Dabei zeichnet sie immer wieder Empfehlungen für den Sonnenuntergang oder das perfekte Dinner zu zweit auf die Mappe, um mich ein wenig abseits ausgetretener Pfade durch Oia zu führen. Dieser Bericht ist daher auch ein wenig die Geschichte meiner Gastgeberin, die diesem Ort eine Seele einhaucht und damit den Unterschied macht, zu den oftmals anonymen Hotels und Gasthäusern, von denen es auf Santorin einfach unzählige gibt.

Ich beziehe die Villa Paride, die einem typisch santorinischen Felsenhaus nachempfunden wurde und neben einem schönen Schlafzimmer mit Sitzecke, auch eine kleine Küche und den perfekten Balkon mit beheiztem Outdoor-Jacuzzi bietet. Dies ist mein Ort, wenn ich morgens aufstehe und die ersten Strahlen der Sonne über den Kraterrand ziehen sehe und dies ist mein Ort, um am späten Nachmittag diese Zeilen hier zu schreiben.

Der Ausblick auf das Meer ist dabei so einnehmend, dass man am liebsten gar nicht mehr weg möchte, was im Prinzip kein Problem ist, da Katerina für Brot, Kuchen und kaltgestellten Sekt bereits gesorgt hat. Doch das wäre in Anbetracht der kommenden Eindrücke einfach viel zu schade.

Von daher begeben wir uns auf die Haupteinkaufsstraße von Oia, die Boutiquen, Restaurants und Galerien wie Perlen an einer Kette aufreiht und den Besucher ganz zufällig zu den schönsten Plätzen der Insel führt, denn eines ist sicher: einen vollkommeneren Ort kann man sich kaum vorstellen.

Als erstes folge ich der kleinen Seitengasse, die fast unscheinbar nach links abzweigt und den berühmten Blick auf die blauen Kuppeln einer alten Kirche freigibt, die kunstvoll gegen all das Weiß der Villen und Bungalows ansticht und in unzähligen Bildern bereits verewigt wurde.

Nur wenige Geschäfte und Restaurants später, erreicht man bereits die Überreste einer Burgruine aus dem 15. Jahrhundert, die heute einen veritablen Platz für den allabendlichen Sonnenuntergang abgibt und besonders im Hochsommer stark frequentiert ist.

Dabei ist der Sonnenuntergang von den Stufen viel besser zu bewundern, meint zumindest meine Gastgeberin und schickt mich hinunter zum Ammoudi Beach, wo man dem Meer so nah ist, wie nirgends sonst in Oia.

Doch es geht hier weniger ums Sonnenbaden, sondern vielmehr um das ultimative Sunset-Erlebnis, starten hier doch die täglichen Katamaran-Touren in die Inselwelt Santorins. Zudem gibt es sensationelle Fisch-Restaurants, die den „Catch of the Day“ frisch aus dem Meer servieren.

Dabei hat man die Qual der Wahl zwischen dem eleganten Sunset, und der etwas rustikaleren Fish Tavern, die den vielleicht schönsten Ausblick der Insel zu bieten hat.

Einziger Wehrmutstropfen sind die rund 240 unbefestigten Treppenstufen, die es anschließend hinauf zur Altstadt geht. Im Sommer gibt es einen Esel-Shuttle, der jedoch im späten Herbst bereits im Stall verstaut wurde und auf das Frühjahr wartet.

Von daher ist eine Reise nach Santorin auch durchaus ein sportliches Erlebnis, wie mir der nächste Tag beweisen sollte. Bereits meine Gastgeberin hat mich vor der 12 Kilometer langen Wanderung nach Fira wohlwollend gewarnt. Heiß wird es und anstrengend, sagte sie mit einer Überzeugungskraft, dass ich den Hinweg glatt dem Taxi überlasse, um mich in der quirligen Altstadt der Inselhauptstadt abzusetzen.

Auch hier gibt es Restaurants, die über Klippen schauen, auch hier sind die Kuppeln der Kirchen blau und wunderschön, doch insgesamt reicht Fira nicht an die Strahlkraft und Perfektion von Oia heran. Sie ist vielmehr der Ausgangspunkt, um die legendäre Wanderung entlang des Kraterrandes nach Imerovigli und Oia anzugehen, die etwa 3-4 Stunden dauert und allerlei Abwechslung verspricht.

Den Beginn machen die verwinkelten Altstadtgassen und Museen in Fira, gefolgt von exklusiven Hotelvillen, die in Imerovigli besonders pittoresk über den Abgrund schauen, den romantischen Kapellen, die immer wieder entlang des Weges auftauchen sowie den steilen Vulkan-Felsen der Moyzaki Bay.

Am Ende bin ich ordentlich außer Puste, denn der Weg ist ein immerwährendes auf und ab, dass im letzten Drittel durch eine vorzeitliche Vulkanlandschaft führt und tolle Ausblicke auf das Meer und die Caldera bereithält. Als Belohnung für derlei Anstrengung wartet in meiner Ifestio Villa bereits ein selbstgebackener Kuchen meiner Gastgeberin samt einem Ausblick, der selbst für Instagram ein wenig zu kitschig ist.

Man sagt: Santorin muss man einmal im Leben gesehen haben, doch manchmal ist einmal im Leben einfach nicht genug.

Dieser Artikel entstand auf Einladung der Ifestio Villas in Santorin, einem Ort voller Magie und gnadenlos schöner Aussichten.

Noch mehr Insel-Feeling könnt ihr in meinem Bericht über Wandern auf Madeira erleben. Schaut euch auch meinen Artikel über die Nachbarinsel Mykonos an.

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One comment

  1. Wenn COVID 19 überhaupt einen Vorteil hat,dann ist es der,das man die einmalige
    Landschaft,wie beschrieben jetzt viel intensiver ohne Massentourismus genießen kann
    Ich nehme den nächsten Flieger 👩‍✈️! Toller Artikel

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