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„Whitehaven Beach ist das Nonplusultra. Die Droge, nach denen alle hier in Airlie Beach süchtig sind. Wenn du nur eine Sache in Australien machst, dann fahr zu diesem Strand“. Mit diesen Worten lässt mich Matt von Ocean Rafting die Sache kurz überdenken. Es geht um eine Fahrt in einem Schlauchboot samt Schnorcheln an der berühmten Hill Inlet der Whitsunday Islands. Muss ich da wirklich noch überlegen? Mit einem breiten Grinsen lasse ich mich freiwillig um 180 $ erleichtern und verpasse mir die Droge für den Folgetag. Das unruhige Zittern, die Vorfreude auf den Kick, die beginnt jedoch schon jetzt.

Vor dem großen Abenteuer wartet noch ein ganz besonderer Mensch auf mich. Jodi Hoffmann hat mich in ihr innovatives Resortprojekt Freedom Shores eingeladen, wo sie in einer kleinen versteckten Bucht, 10 Boote als Bungalows umbauen ließ.

Weitab vom Trubel der Hippie-Hochburg Airlie Beach, erreicht man über die kurvenreiche Straße ein kleines Paradies, welches von den Palmen aus dem Film „Fluch der Karibik“ umgeben ist. Die hat Jodi damals einfliegen lassen, als sie am Set nicht mehr benötigt wurden und nun hier ein wenig Seefahrerkulisse rund um die Bootbungalows erzeugen. Angefangen hat das Projekt vor einem Jahr mit dem Schiffchen Denver, welches immer noch die Front der Bootsreihe bildet und die Idee wunderbar aufzeigt.

Schnell hat man aber gemerkt, dass es zu aufwändig ist, Originalboote auf das Grundstück zu ziehen und so umzubauen, dass die Gäste im Bugbereich sitzen können. Also wurden kurzerhand Replikas erstellt, die für ein ungewöhnliches Übernachtungserlebnis sorgen.

Neben den Booten gibt es noch 3 Suiten und einen Beach Bungalow, der sogar einen Privatstrand samt Sonnenbett sein Eigen nennen darf.

Gekrönt wird die kleine Anlage von einem herrlichen Pool und dem flankierenden Northerlies Beach Bar & Grill, welches nicht nur von den Gästen, sondern auch von Einheimischen für das abendliche Dinner zum Sundowner besucht wird. Lässiger kann man den Abend kaum verbringen als auf der Veranda vom Northerlies. Cheers auf das, was uns am nächsten Tag erwarten wird!

Um 8.45 schnappe ich mir meinen „Stinger-Suit“, der aufgrund der anstehenden Quallensaison leider unumgänglich ist und begebe mich auch das kanarienvogelgelbe Raft von Ocean Rafting. Unser Skipper und DJ begrüßt die junge, erlebnishungrige Mannschaft, deren Tattoo-Dichte es mit jeder „Bachelor in Paradise“ Staffel locker aufnehmen kann und empfiehlt uns, möglichst im hinteren Teil des Bootes Platz zu nehmen. „Warum nicht vorne?“ frage ich aus der 2. Reihe, doch da läuft bereits „Thunderstruck“ von ACDC in voller Lautstärke und Skipper Sam brettert gegen die hereinrollenden Wellen an.

Meine Haare werden in 20 Sekunden auf 70er-Jahre-Niveau hochtoupiert und ich krampfe mich an die freie Lehne aus Reihe 1. Neben mir sitzt Jane aus Maine mit gefühlten 70 Jahren, die das Lachen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt und gerade ihren dritten Frühling durchlebt. Etwa 90 Minuten schlängelt sich das Boot durch die Inselwelt, bevor Sam uns zum ersten Mal ins Wasser lässt.

Das heißt für mich, rein in den feuchtfröhlichen Tauchanzug, Schnorchel anlegen und ab in die kunterbunte Korallenwelt. Zuerst sehe ich jedoch nichts, so dass ich schon an der Funktionsfähigkeit der Ausrüstung zweifle. Doch dann wechseln sich bunte Fische und üppige Korallen ab und hinterlassen einen bleibenden Eindruck vom größten Lebewesen der Erde, dem Great Barrier Reef. Nach dem zweiten Tauchgang nehmen wir dann endlich Fahrt auf und nähern uns Whitsunday Island, auf der kein Mensch sein Hotel aufschlagen darf, da die Insel zum Nationalpark gehört.

Ein kleiner Pfad zieht sich hinauf auf einen Aussichtspunkt, von dem man zum allerersten Mal einen Ausblick auf den Whitehaven Beach hat, der mich einfach nur sprachlos macht. Die Droge, an diesem schier unwirklichen Ort, heißt Quarz. Denn der Gehalt liegt bei sensationellen 99 % und macht damit Whitehaven zum weißesten Strand unserer Erde, der heller strahlt als die Zahnpastawerbung von Dr. Best. Das Quarz ist so kostbar, dass allein das Abfüllen einer kleinen Menge mit 20.000 Australischen Dollar geahndet wird, so dass stets gilt: Angucken, anfassen, aber schön dalassen.

Dann folgt der ultimative Kick des Tages, denn als einziges Boot dürfen wir am berühmten Hill Inlet, der Inselspitze von Whitehaven, den Anker ins Meer werfen und wie einst Captain Cook das weiße Wunder betreten. Ungeachtet aller Warnhinweise vor Quallen, verzichte ich auf meinen „Stinger Suit“, stürze mich in das grüne Wasser und lasse den Quarzsand durch meine Hände gleiten. Was für ein besonderes Gefühl, was für ein außergewöhnlicher Anblick, was für ein Erlebnis.

Dabei strahlt mein Lächeln so hell, als hätte ich den Sand verputzt, doch für Kulinarik sorgt bereits das Lady-Duo um Skipper Sam, die eine kleine Salatbar auf dem Raft errichtet hat und dazu ein kühles „Great Northern“ serviert. Wenn es nur einen Strand in deinem Leben gibt, dann sehe zu, dass es dieser wird. In diesem Sinne: Make Waves. Move Mountains und mach dich auf den Weg an den einzig wahren „Beach“.

Nach 70 Minuten ist der Trip vorbei und wir düsen mit den letzten Klängen von Coldplays Paradise zurück nach Airlie Beach, wo ich mich vom Team von Ocean Rafting verabschiede und etwas widerwillig den Weg nach Townsville antrete. Auf dem Weg lacht mich ein Koalabär aus einer Astgabel an, als würde er exakt verstehen, was es bedeutet den perfekten Trip zu erleben. Tja, mein Freund, wenn dein Eukalyptus nur halb so gut schmeckt und betäubt, wie der Quarzsand unter meinen Füßen sich anfühlte, dann ist es ein Mega-Erlebnis.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Freedom Shores Resorts in Airlie Beach. Mehr zu den Traumstränden und Resorts Australiens findet ihr in meinem Artikel zum Thala Beach Nature Reserve in Port Douglas.

1 Comment
  1. […] ich immer noch in Australien bin, wo ich vor ein paar Tagen noch an den tropischen Stränden der Whitsunday Islands gebadet […]

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