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Matterhorn Focus Design Hotel, Zermatt

Wenn man ein Hotel mit einem Geräusch ausdrücken müsste, dann wäre es im Matterhorn FOCUS Design Hotel sicherlich das schwärmerische „ahhhh“, gefolgt von einem „unglaublich“ oder gern auch der internationalen Variante „awesome“. Es tritt immer dann auf, wenn man von Patrizia Gasser und ihrem Team zu den insgesamt 30 Suiten und Zimmern geführt wird, die uneingeschränkte Sicht auf das Gletscherparadies rund ums Matterhorn erspäht und mit dem Eifer eines Kindes von einem Fenster zum nächsten eilt.

Die Aussicht ist atemberaubend, da Wohn- und Schlafbereich durch bodentiefe Fenster quasi in die Walliser Bergwelt integriert sind und das zweistöckige Zimmer damit deutlich größer erscheinen lassen.

Vom Balkon aus blicke ich fasziniert auf die Dächer der Häuser, Hütten und Geschäfte von Zermatt, während sich unten im Outdoor-Pool bereits die ersten Gäste ordentlich durchwirbeln lassen.

Doch natürlich steht vor der feuchtfröhlichen Belohnung im Pool der Wandersport und so wähle ich den aussichtsreichen Einstieg über den 5-Seenweg, der am 2.571 Meter hohen Blauherd beginnt und auf 2 ½ Stunden ausgerichtet ist.

Am Anfang gleicht die Stecke zum Stellisee einem Familienlauf, da der Pfad recht breit und das Publikum noch bunt gemischt ist, bis ich vor einer etwa 12-köpfigen Seilschaft stehe, die trotz 30 Grad Außentemperatur, eingepackt wie eine Nanga Parbat Expedition meinen Weg kreuzt. Die Gesichter sind bis zur Unkenntlichkeit vermummt, so als wären sie dem Schrecken des Berges gerade noch entkommen. In Anbetracht der kunterbunten Ausrüstung ist es dann wohl doch nur eine asiatische Touristengruppe auf der Klassikroute „Europa in 10 Tagen“, die Trail und Temperatur eindeutig überschätzt hat.

Sei es drum, ich passiere mit nötigem Respekt und genieße das erste Panorama vom Stellisee, der wirklich wunderschön vom Matterhorn umrahmt wird. So kann es weiter gehen, was es mit dem kleinen Grindjisee und dem kristallklaren Grünsee, in dem heute fleißig geschwommen wird, auch tut. Einzig die beiden letzten Mitglieder der Big 5 mit Namen Moosji- und Leisee können da nicht ganz mithalten, so dass ich nach gut 2 Stunden sogar den Abstieg ins Tal hinzuaddiere, um den Nachmittag der wunderschönen Natur zu widmen. Einen Abstecher darf man dabei sicherlich nicht auslassen und der lautet ganz eindeutig Adler Hitta, die im Schweizer Hochgebirge so etwas wie ein Novum darstellt. Zu chilligen Beats werden coole Cocktails und Snacks serviert, während die Füße ganz entspannt im Mini-Jacuzzi abkühlen.

Funktioniert im Winter wie im Sommer, mit dem großen Vorteil, dass man im Sommer nach dem Aperol-Spritz nicht gleich von der Piste schießt, sondern eher die letzte Stunde singend ins Tal stolpert.

Ein kleiner Snack gefällig? Kein Problem, denn im Matterhorn FOCUS gibt es jeden Tag ab 16 Uhr Happy Hour mit freien Getränken, Sandwiches und Kuchenstückchen, die in der gemütlichen Alpen-Lounge serviert werden.

Überhaupt spürt man die Hand von Star-Designer und Architekt Heinz Julen nahezu überall im Haus, wenn sich Kronleuchter und Chill-Out-Sofas mit Holz und Glas vereinen. Es wird Zeit für eine ausgedehnte Wellness-Einheit, bei der ich zwischen Sauna, Dampfbad, In- und Outdoorpool samt Sonnenliege wählen kann und den Tag in tiefster Entspannung ausklingen lasse.

Wer sich danach einfach nur ins Bett fallenlassen möchte, der braucht nicht mal ein schlechtes Gewissen zu haben, denn der vierbeinige Freund im Zimmer serviert den besten Blick auf die Lichter der Stadt quasi auf dem Silbertablett.

Die Sonne klopft schon gegen 7 Uhr in der Früh an mein großes Panoramafenster, um mich zum Frühstück zu begleiten, welches facettenreich mit Speck und Eiern, Lachs und Aufschnitt und echtem Bircher Müsli im schicken Speisesaal serviert wird.

Noch ein paar Säfte und ich bin fit für den Tag, den mir die liebe Kristina gleich mal durcheinanderwirbelt, denn die sagenumwobene Hörnlihütte kann sie mir als schwindelsüchtigen Wandersmann nun wirklich nicht empfehlen. Der Weg ist steil, links und rechts geht´s ordentlich bergab und Seile und Leitern sind längst kein Standard in dieser Höhe. Dafür würde sie mir guten Gewissens den Matterhorn-Glacier-Trail ans Herz legen, da es nirgendwo in den Walliser Bergen bessere Panoramen zu bestaunen gibt.

So fahre ich deutlich erleichtert mit der Gondel bis zum Schwarzsee auf 2.583 Metern, nur um festzustellen, dass die gerade ausgesprochene Empfehlung aufgrund von Schneefeldern immer noch gesperrt ist. In Sekundenschnelle schießt eine ordentliche Ladung Pudding in meine Beine, denn aus Mangel an Alternativen bleibt mir nur der Aufstieg zum Matterhorn Base Camp mit Namen Hörnlihütte, die mich bereits, auf einem Felsvorsprung kauernd, grinsend ins Visier nimmt.

Eine erste Leiter, ein rutschiger Pfad, ein nicht vorhandenes Seil und schon ich fühle mich in der Untauglichkeit für diese Mission bestätigt und halte inne. Ein kurzes Zaudern, ein angriffslustiges Kopfnicken und eine klare Ansage an diesen Traum von einem Tag: Heute werde ich nicht umkehren, nicht in dieser atemberaubenden Kulisse.

Kehre um Kehre nähere ich mich dem Schwalbennest von einer Hütte und profitiere vom frisch präparierten Trail, der mir, wie durch ein Wunder, exzellente Fixseile und Leitern zur Verfügung stellt und mich am Ende sogar auf der Panoramaterrasse der Hörnlihütte sitzen sieht. Ein breites Grinsen, ein tiefes Bauarbeiter-Dekolleté, dazu eine Apfelschorlen-Flat und schon fühle ich mich in einer Reihe mit Reinhold Messner und Peter Habeler, die allerdings nicht vor den noch fehlenden 1.200 Höhenmetern bis zum Gipfel gekniffen hätten.

Dafür wage ich den gesamten Abstieg ins Tal (1.600 Höhenmeter) über die gefährliche Direttissima hinab zum Zmuttgletscher, welche aber eher in die Rubrik „Genusswandern“ einzuordnen ist und diesen epischen Tag im Matterhorn-Gebiet zu einem ganz besonderen macht. Noch einmal schaue ich hinauf zum schwindenden Gletscher des Matterhornes und werde unweigerlich an meinen Aufstieg zum Kilimandscharo erinnert.

Wer weiß, wie lange es diese eindrucksvollen, aber schwindenden Eiswände noch geben wird und wir voller Ehrfurcht und Respekt nach Atem ringen. Soviel Natur schreit förmlich nach einem perfekten Abendessen und was könnte es da Besseres geben, als das Spycher Flambé & Grillrestaurant, wo Chef Bernard Perren-Tenisch nicht nur das Alphorn bläst, sondern auch Geschichten aus Zermatt zum Besten gibt.

Dabei berichtet er stolz von seiner ersten Matterhorn-Besteigung, den bisher gescheiterten Versuchen des Weinanbaus und den vielen wunderbaren Sonnentagen, die Zermatt ganzjährig zum Traumreiseziel machen. Kaum zu glauben, dass der Durchschnittsgast nicht einmal 2 Tage hier verweilt. Doch dafür hat sich ja das wundervolle Matterhorn FOCUS Design Hotel mit seinem interessanten Mix aus Lifestyle und Architektur einiges an Gegenargumenten zurechtgelegt.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Matterhorn FOCUS Design Hotels in Zermatt und der wunderbaren Organisation von Patrizia Gasser.

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