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Hotel Eden Roc, Lago Maggiore

Der Wind peitscht dunkle Wellen über den See, die sich in ihrer Spitze leicht kräuseln, um sich alsbald in Luft aufzulösen, so als wäre es nur ein leichtsinniger Versuch das perfekte Bild zu verderben. In den Bergen tobt ein Gewitter und hin und wieder zuckt ein Blitz durch ein weit entferntes Wolkenmonster, dass uns niemals einholen wird. Ich sitze auf der einladenden Veranda des Restaurants Marina, einer von vier Gastro-Tempeln im Hotel Eden Roc am Lago Maggiore und genieße, bei einem Glas Merlot aus dem Tessin, diesen wundervollen Abend.

Es gibt Caprese, Seebarschfilet und einen leidenschaftlichen Schokoladenkuchen mit flüssigem Herz, der sinnbildlich für die Gastfreundschaft im Eden Roc steht.

Andreas Gartmann, seines Zeichens General Manager des Hotels, begrüßt mich am Empfang und führt mich begeistert über „sein Anwesen“, dass im Familienbesitz der Familie Kipp ist, die über Jahrzehnte viel Herzblut in dieses Luxushotel am Nordende des Lago Maggiore gesteckt hat. Insgesamt gibt es 95 Zimmer, die sich auf drei Gebäudekomplexe verteilen und von einer Garten- und Poollandschaft umspielt werden, die am See ihresgleichen sucht.

„Unsere Stärke ist ganz klar das Wasser“ bestätigt mir Gartmann „Kein Hotel verfügt über ein größeres Seegrundstück und bietet entsprechende Aktivitäten wie Segeltörns, Wasserski oder Stand-Up Paddle“. Doch auch zu Land ist das Eden Roc eine Klasse für sich, denn Hotelgäste können gratis eine Vespa, ein E-Bike oder sogar einen Smart ausleihen, um die rund 180 Kilometer um den See zu kurven. „Wir sind eines der wenigen Hotels in der Schweiz, die das ganze Jahr über geöffnet haben“ freut sich Andreas Gartmann „Und ganz ehrlich, die schönste Zeit ist sogar der Spätherbst, wo selbst im November noch angenehme 20 Grad verwöhnen und zum baden in unseren beheizten Pools einladen“.

Ich öffne die Suite mit der Nummer 306 und tauche sofort in die Welt von Carlo Rampazzi, dem berühmten Schweizer Innenarchitekten ein, der dieses Haus maßgeblich mit seiner Leidenschaft für Farben und außergewöhnliche Möbel geprägt hat. Der stilvolle Wohnbereich wird von einer sonnendurchfluteten Dachterrasse umrundet, die direkt auf den See und den darunter liegenden Pool blickt.

Es gibt sogar noch einen zweiten Balkon sowie es auch zwei perfekt ausgestattete Bäder mit einer riesigen Dusche gibt, die ich mir sehnlichst nach meiner Kilimandscharo-Besteigung gewünscht hätte. Das ist purer Luxus auf 65 Quadratmetern, die den Aufenthalt im Eden Roc wie einen perfekten Tag am Meer erscheinen lassen. Einfach die Augen schließen, dem Rauschen der Wellen zuhören und die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Doch Andreas Gartmann sagte, dass der wahre USP nun mal auf dem Wasser liegt und so schlendere ich über den hoteleigenen Steg bis ans hintere Ende, um mit Marco, dem rüstigen 76-jährigen Skipper und Gründer der Segelschule asconautica, stilecht in einem Riva Aquarama entlang der Buchten zu „cruisen“.

„Dieses Prachtstück ist die Perle im Hafen von Ascona“ schwärmt der Schweizer, der sein Leben dem Wasser, dem Regattasegeln und „La dolce vita“ gewidmet hat. Aus der Spritztour wird eine Reise in die Vergangenheit und Marco erzählt mir von seinen zahlreichen Touren mit den Stars und Promis vom Lago Maggiore, den berühmten Gärten der Isola di Brissago, den teuersten Villen (40 Millionen Franken) und der ein oder anderen Anekdote aus seinem Leben als einst bestbezahlter Bootsjunge vom See. Ich höre zu, genieße den Fahrtwind, bis dann mein großer Moment kommt und ich Vollgas geben darf, um das Riva nach Hause an den Steg des Eden Roc zu bringen.

Das mediterrane Ascona selbst besticht mit seiner wunderschönen kleinen Altstadt und einer Promenade, die mit guten Cafés, Restaurants und allerlei Schnickschnack-Läden gesäumt ist. Herauszuheben sind da vielleicht noch die berühmten Fresken der Kirche Santa Maria della Misericordia aus dem Jahr 1446, die am Eingang zur Altstadt zu finden ist.

Ansonsten lässt man sich einfach durch die verwinkelten Gassen und Innenhöfe treiben oder genießt ein Glas Wein auf der Piazza, vielleicht ja im Carcani. Am Abend wartet jedoch noch eine ganz besondere Gaumenexplosion, zu der mich Marketing-Chefin Andrea Jakubeit ins hoteleigene Restaurant La Brezza einlädt, wo seit kurzem der 26-jährige Marco Campanella für kreative und außergewöhnliche Kreationen verantwortlich zeichnet, die sogleich in Form von Edelkrebs-Spießen, die man mit Haut und Fühlern verspeist, auf den Tisch kommen.

Sie werden flankiert von Thunfisch Cannelloni sowie einem Überraschungsei, dass jedoch ohne gelbe Spielzeug-Kapsel, dafür aber mit Nussbutterkartoffeln und Lauch daherkommt. Es folgen noch drei weitere Gänge, die nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch überzeugen und immer wieder überraschen. Während die weißen Mandeln nur Deko sind, ist die seifenförmige, schwarze Butter echt, so dass ich das weiße, eingedrehte Handtuch fast für eine Kokosrolle gehalten hätte. Am Ende des Spektakels setzt sich Marco Campanella, der mich irgendwie an den Weltfußballer Lionel Messi erinnert, zu mir an den Tisch und erzählt vom Kreativprozess in einer Gourmet-Küche, der dem in einer Agentur gar nicht so unähnlich ist.

Was für ein Erlebnis, dieses Eden Roc in Ascona und dabei soll ja eigentlich die Umgebung der Star sein, so dass ich mir, nach dem ausgezeichneten Frühstücks-Triathlon (Omelette, Crêpes und Bircher), noch ein landschaftliches Dessert gönne. Es geht ins wildromantische Verzascatal, dass an einem Sonntag allerdings alles andere als ein Geheimtipp ist. So wird bereits die Parkplatzsuche zur Gedulds- und Zerreißprobe, denn rund um die berühmte römische Bogenbrücke Ponte dei Salti in Lavertezzo herrscht Ausnahmezustand.

Das halbe Tessin sitzt und rutscht auf den blankgespülten Steinen und schwimmt bei 30 Grad Außentemperatur in den erfrischenden Pools, die der Bergfluss Verzasca hier entstehen ließ. Gefühlte 84 Kehren später bekomme ich dann endlich einen Slot für meinen „Velar“ und renne die halbe Strecke zurück, nur um mit dem Postbus bis ans Ende der Straße nach Sonogno zu fahren, denn hier beginnt eine der schönsten Wanderungen im Tessin, die mich im Prinzip wieder zurück nach Lavertezzo bringen wird. Gut 4 Stunden wandert man entspannt über Hängebrücken und ausgetrocknete Wasserfälle, passiert verlassene und aktive Bergdörfer und kann sich immer wieder in smaragdgrünen Tümpeln abkühlen, die hier oben weit weniger frequentiert sind als am Hotspot Ponte dei Salti.

Die Wildwasserroute ist eine traumhafte Tour, die gerade einmal 400 Höhenmeter überwindet und aufgrund des Bus-Shuttles wunderbar in einen Vormittag passt, so dass immer noch genügend Zeit für die Annehmlichkeiten im Eden Roc bleiben. Doch da geht der Stress erst richtig los. Sauna oder Massage? Baden im See oder doch lieber im Pool? Stand-Up oder stilecht mit der Vespa nach Locarno? Da taucht plötzlich ein bekanntes Gesicht am Bootssteg auf, winkt mir zu und lässt genussvoll die Motoren des Riva Aquarama aufheulen. „Wo fahren wir heute hin, Marco?“.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung des Hotels Eden Roc in Ascona. Ein besonderer Dank gebührt dabei dem Direkter Andreas Gartmann und der Director of Sales & Marketing Andrea Jakubeit.

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3 comments

  1. Ja ,mit der Vespa könnte ich ja Punkten denn da braucht man
    Führerscheinklasse 1 da wär ich natürlich dabei.Ansonsten
    würde es wahrscheinlich mein Budget sprengen oder?
    Es ist schon eine Phantastische Gegend,da werden Erinnerungen wach
    Sehr gut 😊 geschrieben.

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