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Costa Blanca, Spanien

Alles beginnt mit einem gigantischen Shitstorm. Normalerweise erwartet man von Dickmanns exzellente Schokoküsse, doch in Valencia macht der Kerl auch noch in Mietwagen. Gebucht über Check24 schaue ich 2 Stunden vor Abholung erstmals verdutzt auf meinen Voucher. Also dann eben Dickmanns. Kurz gegoogelt und mein Herz hört auf zu schlagen. 1 von 5 Sternen sowie ganze Petitionen, die den Kerl am liebsten verklagen wollen. Mit geschärften Sinnen, lasse ich mir erstmals eine Vollkaskoversicherung andrehen, anderenfalls hätten sie mir 900 € abgebucht. Und exakt auf diese Summe warten viele Reisende wohl noch heute. Der nagelneue Citroën Cactus kann sich dann aber sehen lassen.

Endlich „on the road“ entlang der Costa Blanca kommt als erste Station die mondäne Hafenstadt Denia.

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Das sollte man sich unbedingt geben, denn danach wird es an der Küste tendenziell immer hässlicher. Das Castillo thront auf einem Hügel und man schaut auf die Sportboote und Segler. In der kleinen Altstadt isst man und an der Hafenpromenade chillt man.

denia_turnagain

Das Sounders ist ein gigantischer Beachclub, der locker auch nach Ibiza expandieren könnte. Geht doch nix über einen Drink um 12. Die Sonne knallt für Mitte März schon ganz ordentlich.

Der 332 Meter hohe Felsen von Calp wird nicht nur vom Meer, sondern leider auch von zahllosen Hochhaus-Bunkern umrahmt. Am Anfang dachte ich noch: “ Hey, Rio“ allerdings hoffe ich doch, dass die Copacabana mehr zu bieten hat. Ein schnelles Foto und dann lieber aus der Ferne bestaunen.

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Überhaupt können die Spanier kein Meer, wenn man mal Barcelona und Valencia außen vor lässt. Meist reiht sich ein schäbiger Überbleibsel der 70 Jahre an den Nächsten. Vieles wirkt verlassen und etwas runtergewirtschaftet. Dafür können sie umso besser Stadt. Bestes Beispiel Altea. Die Promenade direkt am türkisen Mittelmeer hat optisch und kulinarisch bessere Tage erlebt, die malerische Altstadt um die berühmte Pfarrkirche Nuestro Señora del Consuelo wirkt wie gemalt. Wer also nur Zeit für ein Altea hat, der sollte sich für den historischen Kern entscheiden. Die weiß gekachelten Gassen setzen einen schönen Kontrast zu den blauen Kuppeln der Kathedrale. Zudem gibt es viele erstklassige Restaurants und interessanterweise verteilen sich die Besucher auch ganz gut. Benidorm lasse ich dann gleich links liegen. Ein Blick auf das Häusermeer genügt, um aufs Gas zu treten. Weit angenehmer ist da schon die kurvige Gebirgsstraße nach Guadalest.

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Der Ort zählt nur lässige 240 Einwohner, doch tagsüber hält sich hier die halbe Costa Blanca auf. So ist das halt mit besonderen Plätzen. Die hat man nie für sich allein. Der kleine Ort besteht aus zwei Burgen, die über Felsen miteinander verbunden sind. Dazwischen der Glockenturm der Kirche La Asuncion sowie ein paar Souvenirläden, Restaurants und das Rathaus. Nicht viel Platz für all die Menschen. Doch man sollte zumindest den Blick auf den Stausee Embalse de Guadalest genießen.

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Eine echte Überraschung ist dann Alicante. Eigentlich wird hier nur gelandet und anschließend in Busse zur Küste verteilt. Was sich als Vorteil erweist, teilt man sich die Hafenpromenade Explanada de España doch meist mit Einheimischen. Und hier gibt es wirklich alles für einen schönen Abend. Romantische Restaurants, bitte verzeiht den Ausdruck, aber es muss an dem spanischen Gitarrenspieler liegen. Sowie schicke Yachten, die leicht im Wind schaukeln, Verkaufsstände, die bis tief in die Nacht irgendwelchen Schmarrn anbieten und Eisdielen, die es mit ihren italienischen Brüdern aufnehmen können.

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Über allem wacht das Castillo de Santa Bárbara. Wer zufällig, so wie ich, zur Osterzeit in Alicante ist, der sollte sich die nächtliche Prozession nicht entgehen lassen.

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Mit dieser einzigartigen Atmosphäre im Kopf, wollte ich am nächsten Tag noch eins draufsetzen. Die Salzlagunen von Torrevieja stehen auf dem Programm. Die eine pink, die andere blau. Im Internet kursieren wahnwitzige Aufnahmen. Überheblich lasse ich die „blaue“ am Visitor-Center gleich mal sausen, sondern lasse mir direkt den illegalen Weg durch die Walachei zur pinken Laguna Salada de Torrevieja beschreiben. Irgendwann einfach das Auto stehen lassen und ab an den See. Nach etlichen Kilometern durch Zitronenplantagen kommt dann auch endlich mein Moment. Die Straße endet an einem Fauna- und Floraschild und es geht nur noch zu Fuß weiter. Und zwar so lange, bis ich mit meinen Sneakers im Morast versinke. Vom See ist da weit und breit noch nichts zu sehen. Irgendwann endet dann auch der Fußweg. Im Nichts. Und so fühlt sich das Ende interessanter Tage an der Costa Blanca auch an. Wenn jemand das liest, der schon mal am pinken Salzsee war, der möge mich doch kontaktieren. Bin gespannt auf den Bericht. Und natürlich auf die Fotos.

 

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