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Travel Charme Fürstenhaus am Achensee

Die Straße windet sich wie eine Natter um den türkisfarbenen Achensee, welcher immer wieder zwischen den mächtigen Tannen- und Fichtenwäldern hindurchblitzt. Der Belag ist noch ganz nass vom letzten Regenguss, während sich die Sonne bereits über die 2.000 Meter hohen Zacken des Rofangebirges kämpft und diesen Frühlingsabend in ein Gemälde von Alfons Walde verwandelt. Um mein Ziel zu erreichen, muss ich den See fast umrunden, denn Pertisau und das Travel Charme Fürstenhaus am Achensee liegen in einem Seitental am Westufer, welches bereits zum Karwendel-Gebiet zählt.

Die Begrüßung fällt überaus herzlich aus und bevor ich überhaupt ans Auspacken denken kann, habe ich schon ein Glas Prosecco und eine lustige Klingel in der Hand, deren Bestimmung ich erst am Ende meiner Reise erfahren sollte.

Während ich eigentlich entspannt die Stimmung genießen kann, zeigt mir ein erster Rundgang, welche Möglichkeiten selbst an so einem Abend noch auf der Aktivitätenkarte stehen. Sundowner auf dem Balkon mit Blick auf den See? Ein paar Runden im beheizten Outdoor-Pool samt Aufguss in der Panorama-Sauna? Oder einfach nur eine Runde um den See spazieren?

Alles ist möglich, doch am Ende entscheidet der Bauch und dieser führt mich sogleich in das, von Gault & Millau mit einer Haube prämierte, Restaurant Laurentius, wo heute ein italienischer Abend kulinarisch inszeniert wird. Allerdings mit einer Forelle als Gast, die sich frisch gegrillt unter die ausgezeichnete Antipasti-Auswahl und den Tiramisu-Absacker gemogelt hat. Das Essen ist jede Auszeichnung wert und ich zwinge mich fast zur Selbstdisziplin, denn am nächsten Morgen geht es mit dem Live-Cooking von Omeletts und Crêpes bereits in die nächste Runde, die ich nicht versäumen möchte.

Eigentlich bin ich danach außerstande auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen, doch der Wetterdienst verspricht mir ein letztes Sonnenfenster für die nächsten 4 Stunden, welches ich auf der Panoramaterrasse der Erfurter Hütte auf 1.831 Metern genießen möchte. Schon in der Seilbahn werde ich neugierig von den anderen Passagieren begutachtet, als würden sie sagen wollen: “Da schau her. Noch so ein Flachland-Tiroler, der keine Ahnung hat, wie es da oben ausschaut“. Aussprechen tut es keiner, doch Schneeschuhe, Helm und dicke Rucksäcke, sind das Gegenprogramm zu meinen leichten Wanderstiefeln samt Strickpulli und Jeans. Oben angekommen, stapfe ich zunächst durch knöcheltiefen Schnee auf die Bankreihen der Erfurter Hütte zu, um einen Blick auf das funkelnde Juwel mit Namen Achensee zu werfen.

Ein Schiff zieht einsam seine Bahnen und lässt Passagiere an der Seespitz in Maurach von Bord gehen. Vielleicht wäre die romantische Variante doch die bessere gewesen, denn in der Tat präsentiert sich die Senke unterhalb von Hochiss und Rofanspitze heuer als geschlossene Schneedecke. Die wenigen Wanderer und Tourengeher sind bereits außer Sichtweite, so dass ich einfach den Spuren im Schnee folge, um nicht bei jedem Schritt einen halben Meter einzubrechen. Die Sonne vertreibt die Wolken und ich lasse mich über die perfekt gestrichene Eiswüste treiben, bis ich plötzlich vor einer alten Jagdhütte samt Jäger stehe, der mich grimmig anschaut.

Ich eröffne mit einem überraschten „Servus“, worauf ich sogleich ein: „Das ist Privatbesitz. Bei uns sagt man Grüß Gott“ ernte. Nach einem zweiminütigen Redeschwall aus Grummeln, Granteln und „herumschnüffelnde-Hunde-verteufeln“ will ich mich schon dezent aus dem Staub machen, bevor ich kurzerhand zum Aufbau der Veranda-Verkleidung berufen werde. „Du bist doch ein starker Mann. Die zwei Blaublüter, die hier zum Schießen sind, treffen ned amal an Birkhahn und zum Aufbauen taugens au ned“ kommt postwendend die Begründung, denn angeblich gehört die Hütte zum Besitz des Grafen Goes von Enzenberg, der hier den ganzen Rofan samt Schloss Tratzberg sein Eigen nennt. Entsprechend kommen die wenigen exklusiven Gäste, die hier oben auf einfachem Niveau nächtigen können, meist aus Adelskreisen und lassen sich vom grantelnden Jagdmeister in die hohe Kunst der Gämsenjagd einführen und am Abend auch entsprechend abfüllen.

Ich werfe einen Blick in das gemütliche Chaos der kleinen Berghütte und frage nur, wo denn das Toilettenhäuschen sei. „Da schau her“ sagt der Jagdmeister und zeigt auf eine kaum sichtbare Holzumrandung, die so gerade noch aus dem Schnee schaut. „Das Klo ist zugeschneit. Also ab in die Wildnis“. Und dass bei den Wetteraussichten, entgegne ich, wohlwissend das in der Nacht Neuschnee vorausgesagt ist. „Das is wuascht. Der neue frisst den alten Schnee“ Und mit diesen Worten, lässt er mich weiterziehen in die tiefverschneite Senke unterhalb der 2.259 Meter hohen Rofanspitze.

Nach etwa 1 Stunde im Winter Wonderland, kehre ich um und widme mich den Karwendeltälern, die unweit vom Fürstenhaus beginnen und als Mautstrecke (4.50 €) deklariert sind. Besonders die Fahrt zur Gramai Alm hat es mir angetan, führt sie doch durch ein scheinbar idyllisches Tal, welches von mahnenden Giganten umgeben ist. Als pure Machtdemonstration schicken dann Sonnjoch und Bettlerkarspitze im Winter Lawinen ins Tal, die es den Waldarbeitern oft schwer machen, die Straße frei zu halten. Heute zeugen davon nur noch die meterhohen Schneewände, die von abgetrennten Ästen und Bäumen durchzogen sind. Auf dem Rückweg passiert dann endlich das, was ich mir insgeheim für den Nachmittag im Fürstenhaus gewünscht habe.

Es beginnt zu regnen und tiefe Wolken schweben von den Bergen hinab und bedecken den See unter einer grauen Nebelschicht, so dass sich jedwede Ausflugsplanung von selbst in Luft auflöst. Das heißt übersetzt: Wellness pur auf 3.000 Quadratmetern Fläche im hauseigenen Puria Spa mit Indoor-, Outdoor und Blubberpool, so dass der sanfte Regen fast schon zur willkommenen Erfrischung wird.

Fehlt jetzt nur noch das Geheimnis um die Glöckchen, dem ich am frühen Abend in der Furisto Bar nachkomme, wo ich mir den Platz am knisternden Kaminfeuer sichere.

Ein paar Tische sind bereits belegt und die Gäste blicken zufrieden und wohlgelaunt auf den See, wo der Regen langsam in Schneefall übergeht, um ein letztes Lied des scheidenden Winters anzustimmen. Ein Hauch von Melancholie liegt in der Luft, als ich etwas deplatziert und viel zu laut, an meiner Glocke klingele. Doch keinen der Gäste scheint das zu stören, vielmehr huscht ein wissendes Lächeln über ihre Gesichter und sie denken mit Freude an ihren ersten Besuch im Fürstenhaus am Achensee.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Travel Charme Fürstenhaus am Achensee und der wunderbaren Organisation von Laura Kapp von Wilde & Partner.

 

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