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Klosterhof, Bayerisch Gmain

Das Trompetenecho der Königssee-Schiffahrt lässt mich kurz innehalten. Genau wie den mächtigen Rothirsch, der mir auf einem Schneefeld gegenübersteht. Wir schauen uns tief in die Augen, verbunden durch den Funken der Begeisterung, hier in der Einsamkeit der Watzmann Ostwand ein kleines Konzert zu belauschen. Während ich mich kurz umdrehe, ist der Hirsch längst wieder im Dickicht der verschneiten Wälder verschwunden. Es hat mich diesmal in den Nationalpark Berchtesgaden verschlagen, wo ich ganz in der Nähe im Premium Health Resort Klosterhof nächtige.

Wobei nächtigen sicherlich der falsche Ausdruck ist, denn die insgesamt 65 Zimmer und Suiten sind rund um eine 1.500 qm große Wellness-Oase entstanden, die in dieser Region ihresgleichen sucht. „Es ist eigentlich ganz egal welches Wetter gerade draußen ist“ erklärt mir Hotelier, Arzt, Tuberkulose-Experte und Abenteurer Dr. Andreas Färber mit voller Begeisterung. „Der Klosterhof ist so gebaut, dass man eigentlich gar nicht die Anlage verlassen möchte“.

Was natürlich in Anbetracht der hervorragenden Wander- und Ausflugsmöglichkeiten rund um Berchtesgaden einfach viel zu schade wäre. Doch in der Tat, kann man sich hier mehrere Tage einschneien lassen, ohne dass nur ein Hauch von Langeweile aufkommen würde. Neben dem SPA, bestehend aus Saunalandschaft, Hamam, Floating-, Outdoor- und Indoor-Pool, setzen die Hoteliers Henrike und Andreas Färber auf das Thema Gesundheit, gern auch mit dem philosophischen Titel „Artemacur“ bezeichnet. Der Mensch soll sich wieder selbst erfahren und auf die eigenen Bedürfnisse eingehen.

Tipps und therapeutische Beratung gibt es dabei vom Chef selbst, der im Hotel eine top-moderne Praxis eingerichtet hat und seinen Gästen zum Beispiel dabei hilft, ein paar unnötige Pfunde zu verlieren. Eigentlich schwer zu schaffen, wenn man an die Qualität der Küche denkt, die im Klosterhof locker auf Sterne-Niveau mitspielt.

„Wie kommt ein Arzt auf die Idee, solch ein Hotel aufzumachen?“ frage ich Andreas Färber, der sofort ins Schwärmen gerät. „Ich bin mein ganzes Leben lang in die Ferne gereist, beruflich und privat. Am liebsten mit dem Campingbus auf der Jagd nach Ruinen und Ausgrabungsstätten. Und so habe ich auf meiner Tour durch den Nahen Osten schließlich in Jordanien meine künftige Frau kennengelernt. Wir haben uns Mitten in der Wüste auf einer Piste getroffen und während ich sie davon überzeugen wollte, mit mir noch 12 Ruinensiedlungen zu besichtigen, ist sie einfach weitergefahren in Richtung Petra“. Was wie ein schicksalhaftes Versäumnis klingt, endete damit, dass Andreas Färber einfach seinen Camper gedreht hat und im gebührenden Abstand hinterhersauste, um vor dem monumentalen Grabtempel einen auf „Zufalls-Wiedersehen“ zu machen.

Danach folgten Verlobung, Hochzeit, drei Kinder und ganz nebenbei noch der Kauf des alten Klosterhofs, der aufgrund seiner fünfhundertjährigen Geschichte selbst so etwas wie eine Ausgrabungsstätte ist. Im Juli 2016 wurde dann das heutige Premium Health Resort samt Artemacur SPA feierlich eröffnet. Wie genau es Andreas Färber mit der Geschichte und Authentizität dieses Ortes nimmt, zeigt sein Kopfschütteln über die Wahl eines Südafrikanischen Weins in der coolen Mini-Bar, mit der jedes Zimmer ausgestattet ist. „Da muss ich unbedingt mit meinem Team sprechen. Es gibt doch so viele großartige Weine hier aus der Region“. Und diese Region werde ich jetzt mal auf Ausflugs-Tauglichkeit prüfen. Nach dem ausgezeichneten Frühstück (12 Müslisorten! Honigwabe!  Eierspeisen auf individuellen Wunsch!) geht es zunächst zum romantischen Hintersee, der angeblich für seine smaragdgrüne Färbung bekannt ist.

Nach der letzten Kehre starre ich jedoch etwas ernüchtert auf ein halb zugefrorenes Gewässer, das natürlich wenig mit dem Maler-Hotspot der Postkartenmotive zu tun hat. Doch insbesondere der Zauberwald, welcher sich am nordöstlichen Ende des Sees durch eine Schlucht zieht, übt im verschneiten Winter eine ganz besondere Faszination aus.

Es erinnert mich ein wenig an den Trip zum Johnston Canyon in Alberta, da man auch hier und heute ganz allein auf den vereisten Pfaden unterwegs ist. Ein Stockschirm dient mir dabei als Nordic Stick Ersatz, da ich bei derlei Bedingungen auch gerne mal den Schnee küsse, wie man in meinem Artikel über den Winter in Stockholm nachlesen kann. Heute geht jedoch alles gut aus und ich fahre weiter zum Malerwinkel nach Ramsau, um nur 20 Minuten später am fjordartigen Königssee zu stehen, dessen senkrechte Felswände zur Hälfte von dichten Wolken umhangen sind.

Was für eine einzigartige Stimmung, denn nur eine Handvoll Touristen bemüht sich um die wenigen Boote, die uns in gut 20 Minuten nach St. Bartholomä bringen, jene Wallfahrtskirche, die pittoresk vor dem mächtigen Watzmann thronend, ein Motiv für die Ewigkeit anbietet.

Mein naiver Plan, die 6 Kilometer lange Wanderung zur Eiskapelle im metertiefen Schnee anzugehen, scheitert bereits nach wenigen Metern an einem ehrfurchtseinflößenden Schild mit der Botschaft, ab jetzt gesichertes Gelände zu verlassen. Ein kleines Stück sollte man sich jedoch vorwagen, um ein abgesperrtes Gebiet der Wildfütterung zu besichtigen, wo das Nationalparkteam den mächtigen Rothirschen und Rehen etwas bei der komplizierten Nahrungssuche hilft. Da habe ich es im Klosterhof doch deutlich leichter, denn das Vier-Gänge-Menü wird gemütlich im Hotel Restaurant GenussArt serviert. Es gibt Lamm-Filets mit Gratin, dazu Kohlrabi-Süppchen und zum Dessert eine ausgezeichnete Crème brûlée.

Und während die meisten Gäste noch am Kaminfeuer in der BarBarossa an einem Drink nippen, genieße ich schon wieder meine Panorama Loft-Suite mit ihrem einmaligen Apfelholz-Mobiliar, der spektakulären Kunststele und den 5 Meter hohen Panoramafenstern. Möge es kräftig schneien, so dass ich diesen Platz am besten gar nicht mehr verlassen muss.

Dieser Artikel entstand auf Einladung des Premium Hotel & Health Resort Klosterhof. Mein Dank gilt der Familie Färber sowie der tollen Organisation von Alisa Frühhaber von Wilde & Partner.

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