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Seehof Nature Retreat, Natz bei Brixen

Der Blick vom Balkon des Seehof Nature Retreat gleitet über den herrlich klaren Natursee, macht einen Schwenk zu den gigantischen Panoramafenstern der Finnischen Sauna, um sich abschließend in den endlosen Apfelplantagen zu verlieren, die diesen Außenposten der Ruhe und Entspannung in ihre Mitte genommen haben. Hier kann ich tatsächlich abschalten und diesen wunderbaren Sonnenuntergang im Pustertal genießen.

In meiner Begeisterung für ein derlei entschleunigendes Freitagabenderlebnis lasse ich die Balkontür bei voller Beleuchtung hinter mir sorglos offenstehen, was ein paar heimtückische Seebewohner direkt als Einladung zum abendlichen Anstich nutzen. Aber natürlich warten meine Gäste höflich, bis ich mich zu Bett gelegt habe und vorher noch ein paar Kilos aus dem herausragenden Gala-Dinner auf meine Hüften packe.

Jedenfalls ist um 5.30 die Nacht zu Ende und keiner der fliegenden Kannibalen in der 36m² großen Junior Suite auszumachen. Folglich kann ich mich auch direkt dem Frühstück widmen und meinen Blutbedarf mit frisch gepressten Säften, diversen Eierspeisen und einem Bircher Müsli auffüllen. Nur für den Fall, dass meine Gäste übers gesamte Wochenende bleiben.

Rein wettertechnisch ist das heute eher eine Spielwiese für Outdoor-Fotografen, auf der Suche nach einem Date mit Regenwolken und Nebelschwaden, jedenfalls nichts für einen Schönwetterknipser wie mich. Dennoch schäle ich mich aus meinem Wohlfühlhotel hinaus und fahre kostenfrei mit der Almencard auf den Gitschberg, um sogleich die Tour zu den Seefeldseen anzutreten. Am Anfang gestaltet sich der leichte Aufstieg noch recht gemütlich und man genießt den Pfad entlang der herbstlich gefärbten Laubbäume, um nur wenig später mit einigen Kletterpassagen Vorlieb zu nehmen.

Dieses Wandeln am Abgrund zieht sich weitere 90 Minuten ohne landschaftlich zu überzeugen. Am Ende wartet aber immerhin der Blick in das heute schwarze Auge des Seefeld Sees, der bei diesem Wetter jedoch kein Ort zum Verweilen ist, so dass ich ohne Pause den Rückweg antrete, um den vierten Stern auf meine Messner Mountain Museen Karte einzustempeln. Und ganz ehrlich: Messner geht immer.

Das MMM Ripa auf Schloss Bruneck, dem einstigen Sommersitz der Fürstbischöfe, steht ganz im Zeichen der Bergvölker und ihrer Kultur und Religion. Ähnlich wie im Museum Firmian, sind hier die Exponate auf mehrere Ebenen verteilt und spektakulär in diese historische Burg integriert. Und wie so oft, hält sich der Extrem-Bergsteiger mit eigenen Ausstellungsstücken entsprechend auch extrem zurück, sondern zeigt lieber Zelte, Skulpturen, Gemälde und Kleidung von Bergvölkern aus Asien, Afrika, Südamerika und Europa. Immer untermalt von Video- oder Musiksequenzen, die die Führung zu einer spirituellen Reise machen.

Nach so viel Kultur knurrt mein Magen und mit quietschenden Reifen parke ich den Velar vor meinem geliebten Seehof, um noch vor der Sperrstunde um 16.30 ein Stück vom sensationellen Bananen-Schokokuchen zu ergattern. Was für ein leidenschaftliches Backwerk, heute flankiert von einer Biskuitrolle und aufgeschäumtem Tiramisu. Etwas schwerfällig schleife ich mich anschließend ins La Primavera Spa, wo mittlerweile die Sonne durch die großen Panoramafenster grinst.

Kapitulierend streiche ich die entspannende Sauna-Einheit und setze lieber auf sportliche Bahnen. Allerdings im beheizten Infinity-Pool, nicht im See, der diesen Sommer sicherlich genügend Gäste gesehen hat. Alles unter den stolzen Augen meiner beiden Gastgeber Tamaris und Andreas Bauer, mit denen ich mich um 19 Uhr auf ein Glas hauseigenen Champagner in der Bibliothek verabrede. „Dieser edle Tropfen wird extra für den Seehof von zwei Winzern aus der Champagne abgefüllt“ berichtet Tamaris Auer und legt damit bereits den Grundstein für ihre Positionierung, einen eigenen Ort für die Gäste zu kreieren. „Wir wollen nicht einfach nur ein Hotel sein, auch wenn wir das vor knapp 2 Jahren noch waren“ erläutert Tamaris „denn wir waren damals als einfaches Drei-Sterne-Haus auf Gruppenreisen spezialisiert. Das lief sogar sehr gut, hat aber meinem Mann Andreas und mir irgendwann keine Erfüllung mehr gebracht“.

Nur 6 Monate dauerte dann der Umbau zu einer spektakulären Wellness-Hochburg, der den beiden Alles abverlangte, da sie auch selbst im Seehof wohnen und auf alle Annehmlichkeiten verzichten mussten. „Heute richtet sich unser Nature Retreat mit seinen 16 neuen Suiten und den über 30 renovierten Zimmern, vor allem an junge und junggebliebene Paare, die hier mehrere Tage komplett entspannen können“. Besonders stolz ist Familie Auer zum einen über den Trainingslager-Besuch des Bundesligisten 1 FC Nürnberg, der sich hier auf die neue Saison vorbereitet hat und zum zweiten natürlich auf Opa Jakob Auer, der für die Region ein Bodenbewässerungssystem entworfen hat und heute im Seehof in jedem Zimmer mit goldenen Wasserhahn-Applikationen in Memorandum gehalten wird.

Es sind die Micro Moments, die kleinen Erlebnisse, die die Gäste auch in der Zukunft erwarten dürfen, wie zum Beispiel die geplante Wein-Safari, wo man als Gast von einem Sommelier begleitet wird und mehrere Weingüter der Region besucht und edle Tropfen kosten kann. Der Seehof hat sich ganz eindeutig seine Nische im boomenden Wellness-Hotel-Markt erschlossen und macht es mir am nächsten Morgen ziemlich schwer, diesen Ort der Inneren und Äußeren Einkehr zu verlassen.

Doch natürlich fahre ich nicht, ohne einen meiner absoluten Lieblingsabstecher ins Villnösstal zu unternehmen, denn Sonne und Wolkenbildung meinen es heute deutlich besser mit mir. So jedenfalls mein Glaube, bis ich vor den Türmen der Geisslerspitzen stehe, an denen sich mächtige Wolkenfetzen festkrallen, als wollten sie den Spätsommer nicht zurücklassen in dieses Bilderbuchtal.

Na gut, Zeit neue Wege zu gehen und so entscheide ich mich heute für den Aufstieg von der Zanser Alm zur Schlüterhütte, die knapp 700 Höhenmeter über dem Startpunkt thront und neben einem grandiosen Blick, einen wunderbar vorgeheizten Kachelofen bietet, der mich ordentlich durchwärmt und entspannt und gutgelaunt auf den Rückweg schickt.

Ob es mir schwer fiel auf den Kaiserschmarrn zu verzichten? Nicht wirklich, denn schließlich wartet noch eine Verabredung mit dem König der Kuchen im Seehof Nature Retreat auf mich. Und wer möchte schon eine Schoko-Bananentorte warten lassen.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung des Seehof Nature Retreat und den beiden großartigen Gastgebern Tamaris & Andreas Auer.

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