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Nira Alpina, Piz Corvatsch

„Insel oder Berg. Wo ist da schon der Unterschied?“ so die kernige Aussage von Hotelmanagerin Claudia Pronk und mir fallen in Anbetracht von -12 Grad Außentemperatur gleich eine Handvoll gröberer Abweichungen ein. Doch für die Niederländerin ist Hotelbusiness stets eine Herzensangelegenheit, die mit Leidenschaft, Humor und jeder Menge Teamgeist ausgefüllt wird, ganz egal ob auf den Malediven oder im Engadin. Die „Insel“ hat sie vor ein paar Jahren verlassen, ist nach Bangkok gegangen, wo sie die Strippen in einem großen Luxus-Hotel gezogen hat, um schließlich vor 2 Jahren die Regie im Nira Alpina zu übernehmen.

Das 4-Sterne-Superior Haus liegt unweit von St. Moritz und ist terrassenförmig in den Hang gebaut, damit die Gäste auch wirklich von jedem der 70 Zimmer einen perfekten Blick auf die Engadiner Bergwelt samt Silvaplanersee haben.

Innen ist das Designhotel eine Mischung aus Kunstwerken, Bildern und Skulpturen, die wunderbar zu den heimischen Materialien aus Granit, Stein und jede Menge Holz passen. Zudem sind die Schweizer die wahren Meister des Après-Skis, der hier nichts mit wilden Partynächten in muffelnden Skischuhen zu tun hat, sondern eher mit einem Whirlpool samt Unterwasserliegen und uneingeschränktem Blick auf die Skipiste.

„Gut, dass ich das schon hinter mir habe“ denke ich mit einem Schauer aus Anstrengung und Kälte, denn das Corvatsch Ski-Opening hat mir heute Einiges abverlangt. Wenn der Weg das Ziel ist, belegt das Nira Alpina wohl den letzten Platz, denn näher kann man an der Corvatsch Talstation gar nicht wohnen, ist über einen gläsernen Steg sogar direkt mit der Gondel verbunden und spektakuläre 15 Minuten später schon auf dem 2.702 Meter hohen Murtél. „Und da solltet ihr auch schön bleiben, denn oben auf dem Piz Corvatsch ist es bitterkalt und ihr habt null Sicht. Viel zu gefährlich“ klingen die Worte von Concierge Ioannis noch hinterher.

Na ja, starten wir mit dem 4 Kilometer langen Einsteigerprogramm aus 10a und 10b in Richtung Alp Surlej, wo gestern Nacht noch bis 1 Uhr unter Flutlicht die Saisoneröffnung gefeiert wurde. Gemütlich ist anders, sonnig auch, von daher geht es direkt mal weiter auf den Curtinella, dessen breite Piste zumindest mit einer 60-prozentigen Sonnenabdeckung mein Skifahrerherz erwärmen kann. Die Aussicht auf den Silvaplaner und das gegenüberliegende Corviglia Skigebiet ist überragend und ermutigt mich sofort den Weg nach ganz oben anzutreten. Also zurück zur Mittelstation und mit der Kabinenbahn weitere 600 Meter auf das Dach des Piz Corvatsch, der mir mit seinen 3.303 Metern erst einmal die Luft raubt und anschließend noch eine mächtige Schneeböe hinterher schiebt.

Heute bleibt hier keine Zeit für warme Gedanken, sondern nur die Downhill-Variante über die eisige Abfahrt mit der bezeichnenden Nummer 1, direkt in den wohlig warmen Whirlpool im Nira Alpina, wo meine müden Knochen von der enervierenden Strömung massiert werden. Carven, chillen, blubbern, fehlt nur noch schlemmen und das geht ganz ordentlich im Stars, dem hauseigenen Restaurant im 5. Obergeschoss, wo das ausgezeichnet geschulte Servicepersonal, die ein oder andere Geschichte über Herkunft und Besonderheit der Top Stars der Speisekarte bereithält. „Heute ist Hotelgeschäft immer mehr auch Storytelling“ berichtet Claudia Pronk „Die Gäste lieben Geschichten rund um unser Haus, die Umgebung oder auch die wunderbaren Speisen, die wir servieren“. Deshalb hat sie ihr 55-köpfiges Team in der Einführungswoche auch perfekt auf den Saisonstart eingeschworen und den Austausch untereinander gefördert, denn in einem „kleineren Haus“ muss jeder überall anpacken und unterschiedliche Aufgaben absolvieren können. So erfahre ich schließlich beim Dinner, dass neben meinem Lachs doch tatsächlich der optisch schönste Reis der Welt gelandet ist. Dieser kommt aus Japan und glitzert wie kleine Diamanten im Schein des lodernden Kaminfeuers.

Der Lachs ist super, doch die Kalbsbäckchen mit anschließendem Parfait aus Schweizer Schokolade sind einfach überragend und machen den Absacker in der super-gemütlichen Rooftop Bar unausweichlich.

Hier sitzt man direkt am knisternden Kaminfeuer und blickt auf die Lichter von St. Moritz, nippt am Limoncello und genießt den Mix aus kosmopolitischem Lifestyle und Schweizer Urigkeit.

Wer jetzt immer noch etwas auszusetzen hat, der bekommt sicherlich in den nächsten Tagen einen persönlichen Call von Managerin Claudia Pronk. „Es kommt zwar nicht oft vor, dass sich Gäste auf Trip Advisor über den Service in meinen bisherigen Hotels beschwert haben, aber wenn ein Gast unzufrieden war, möchte ich persönlich wissen, warum. Da ist mir eine E-Mail viel zu wenig und ich greife lieber direkt zum Hörer. Das hat auf den Malediven schon mal ganze 5 Tage gedauert, um einen unzufriedenen Gast, der vor über 2 Jahren ein schlechtes Erlebnis hatte, ausfindig zu machen. Schließlich hatte ich ihn an der Strippe und wir konnten das Thema aus der Welt schaffen. Er hat sich am Ende sogar entschuldigt und schreibt mir noch heute jedes Jahr eine Weihnachtskarte“.

Das Hotelgeschäft ist halt ein sehr persönliches und braucht Persönlichkeiten, um ein Urlaubserlebnis unvergesslich zu machen. Persönlichkeiten wie Claudia Pronk, Hotels wie das Nira Alpina. Ich werde wohl in Anbetracht des wunderbaren Wochenendes keinen Anruf mehr bekommen, doch darüber wird sich keiner so sehr freuen wie die Managerin selbst.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung des Hotels Nira Alpina.

Hier erfahrt ihr mehr, über das Skigebiet von Zermatt.

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