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Grand Hotel Waldhaus Flims

„Das ist erst meine zweite Führung. Ich hoffe Sie sind zufrieden?“ fragt mich Marketing-Assistentin Bettina Seehafer etwas unsicher, als wir durch die episch langen Korridore des 5 Sterne Superior Hotels Waldhaus Flims schreiten. Ich nicke nur anerkennend, denn sich in diesem Jugendstil-Juvel von 1877, mit seinen drei verschiedenen Gebäudekomplexen, zahllosen Sälen, Restaurants und Tagungsräumen zurechtzufinden, ist schon eine Leistung für sich.

Und so zeigt sie mir zunächst die gesamte Klaviatur Schweizer Herbergskunst in Form von Junior, Grand bis hin zur Präsidenten Suite.

„Dieser Raum unter dem Dach war bisher eher ein Abstell-Lager für unsere kleinen Kunstschätze“ erzählt Bettina „Aber im Rahmen der Renovierung, die wir letztes Jahr für über 40 Mio. Franken abgeschlossen haben, ist auch diese außergewöhnliche Suite entstanden“. Dabei ist außergewöhnlich noch untertrieben, denn das eigene Kinozimmer, eine Privatsauna, ein riesiger Wohnbereich mit Kamin und feinstem Mobiliar, verfeinert durch den Panorama-Blick in die Flimser Bergwelt, machen die Suite nicht nur für gutbetuchte Gäste, sondern insbesondere für Firmen interessant.

Wir machen uns auf den Weg zum Jugendstil-Pavillon, der wohl den größten Saal dieses Hotelkomplexes beherbergt. Über 500 Gäste können hier feiern, tanzen oder der ein oder anderen Rede lauschen. „Wir haben so viele Hochzeiten hier“ verrät mir Bettina Seehafer „dass wir sogar schon einen eigenen Wedding-Planer anbieten“. Gut feiern kann man auch im Untergrund, wie zum Beispiel im hoteleigenen Museum, in dem allerlei Hotelassecoires der letzten Jahrhunderte ausgestellt werden und sich sogar eine festlich gedeckte Tafel mit großen Tischleuchtern befindet. „Hier veranstalten wir private Feiern, wo wir nur bei Kerzenschein Spezialitäten servieren, die dann in großen Schüsseln auf den Tisch kommen und herumgereicht werden“.

Zwei großartige Restaurants, ein rustikaler Weinkeller, Feuerstellen, an denen im Winter Marshmallows gegrillt werden, es gibt so viele Plätze und Nischen, an denen man stundenlang verweilen möchte.

„Lust auf ein bisschen Wellness oder eine Massage?“ reißt mich Bettina aus meinem Tagtraum. Ja natürlich, aber vorab möchte ich das schöne Wetter nutzen und schnüre ein letztes Mal in diesem Jahr die Wanderstiefel, um mich an den Rand des Grand Canyon of Switzerland zu wagen.

Etwa 60 Minuten geht es durch ein leicht verschneites Waldstück, bevor man die Aussichtsplattform mit Blick über die Ruinalta, jene canyonartige Schlucht über dem Vorderrheintal erreicht. Für Kenner des berühmten Originals aus Arizona, ist der erste Anblick vielleicht etwas ernüchternd, denn rötlich-braune Tempel, die sich schier endlos Richtung Horizont duplizieren, sucht man hier vergebens. Doch der Rhein gibt landschaftlich alles und windet sich, wie am berühmten Horseshoe Bend, um eine kleine Halbinsel. Ein paar Felssplitter, stumme Zeugen des berühmten Flimser Bergsturzes vor etwa 10.000 Jahren, zaubern etwas „Bryce Canyon Würze“ in die Schlucht und die schneebedeckten Gipfel der Schweizer Alpen sorgen für eine Prise Rocky Mountains Feeling. Während ich das Grand Canyon Puzzle noch in meinem Kopf zusammenfüge, stehe ich bereits an einem wunderbaren Smaragd mit Namen Caumasee.

Laut Werbeprospekt soll er im Sommer gar mit karibischen Temperaturen zum Baden einladen, doch heute stehen hier nur ein paar verwegene Seelen und hängen den letzten Herbstmomenten hinterher.

Wie auch der spanische Besitzer des Cafés Cappuccino, der über die langweilige Nebensaison klagt, sich dann aber über seine unerwartete Stammkundin freut, die in Gestalt einer rüstigen 90-jährigen das Cappucino betritt. „Grüezi gnädige Frau. Sie leben ja noch?!“ „Natürlich. Ich brauche jetzt dringend einen Punsch“. Sagt doch alles über die besondere Herzlichkeit der Flimser Einwohner aus, die selbst uns Gäste im Ort freundlich auf der Straße grüßen. Zurück im Hotel Waldhaus bewege ich mich im feinsten Bademantelzwirn durch das weitläufige Tunnelsystem hinaus zum Glas-Kubus, der Innenpool und Außenerlebnisbad miteinander verbindet.

Beim Anblick dieses spektakulär illuminierten Würfels kann ich gar nicht schnell genug ablegen, um ins Wasser zu kommen. Doch Obacht, drinnen ist kälter als draußen. Also nichts wie ab ins Freie, denn bei 36 Grad Celsius und Sprudeltopf brauche ich nicht lange überlegen. Im Sommer kann man übrigens auch noch mit echten Kois um die Wette kraulen, da es sogar einen großzügigen Natur-Schwimmteich gibt. Heute sind die Kois brav unter einer aufgeklopften Eisscholle geparkt und warten auf den Sommer. Da haben sie durchaus noch was vor, im Gegensatz zu mir, denn der nächste Höhepunkt wartet bereits im Hauptrestaurant „The Grand“ auf mich.

Wir starten mit dem herausragenden Waldhaussalat, der mit getrocknetem Hirschfleisch, gebraten Waldpilzen und Tannenhonig Dressing überzeugt. Danach die Ente und zum Schluss natürlich Mascarpone Creme, Semifreddo versteht sich. Noch ein Absacker gefällig? Na klar, den gibt es im „The Summit“ an der knisternden Feuerschale in Form eines Gin Tonic auf Gurke.

Klingt komisch? Nein überragend, wie der ganze Aufenthalt im Grand Hotel Waldhaus Flims.

 

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung des Grand Hotel Waldhaus Flims.

Wie meine Tour weitergeht erfahrt ihr in meinem Artikel über Zermatt.

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