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Grand Hotel Savoia, Cortina d´Ampezzo

Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster kann ich mein Glück kaum fassen. Über Nacht haben sich die majestätischen Dolomitengipfel ein weißes Leinentuch übergezogen und geben Anfang September bereits einen Vorgeschmack auf die nahende Wintersaison. Gottseidank ist die Passstraße zum Falzarego gut befahrbar, ansonsten hätten heute sämtliche Sommerreifen-Fanatiker arge Probleme bekommen, denn der Schneefall hat sogar die Tannen hier oben ordentlich überzuckert.

Die Kulisse haut mich förmlich aus den Wanderlatschen, da sie überraschender kommt als zur Weihnachtszeit, wo sich Südtirol erfahrungsgemäß etwas schwer tut mit Naturschnee.

Ich parke an der Seilbahn der Cinque Torri und gönne mir für 11 € den Lift nach oben, um möglichst schnell das traumhafte Wetter zwischen den mächtigen Kletterfelsen zu genießen. Das Thermometer zeigt frostige 3 Grad Celsius und ich ziehe den Zipper meiner Mammut Runbold Light ganz nach oben.

In zwei Wochen geht es auf den höchsten Berg Afrikas, da ist die heutige Kältepeitsche sicherlich ein guter Vorbote, auch wenn man die 2.300 Höhenmeter nicht wirklich als Akklimatisierungstraining bezeichnen kann. Die fünf steilen Felsen der Cinque Torri, die ursprünglich aus einem einzigen Felsblock bestanden, sind eines der spektakulärsten Ziele der Dolomiten und ein wahres Eldorado für Kletterfreunde, die sich hier ab Schwierigkeitsgrad III nach oben kämpfen können.

Ich belasse es bei einer Umrundung, die vorbei an alten Schützenstellungen aus dem Ersten Weltkrieg, mitten durch die Felsnadeln hindurchführt und unglaubliche Fotomotive auf dem Silbertablet serviert.

Etwa 1 Stunde braucht man für den einfach begehbaren Weg, so dass ich mir noch ein kleines Highlight für den Nachtisch aufhebe. Das Rifugio Nuvolau liegt auf einem Bergrücken, dem Monte Nuvolau und ist bei trockenem Wetter ohne besondere Wander-Künste zu erklimmen. Doch heute liegt da eine Menge Neuschnee und das bereits einsetzende Tauwetter hat den felsigen Untergrund ganz schön vereist. Einige Wanderer tun sich schwer und man muss immer wieder ausweichen, um schließlich den Gipfel des Monte Nuvolau zu erklimmen.

Der Blick auf die Marmolata ist absolut episch und eigentlich viel zu gut, um direkt wieder abzusteigen. Doch Schnarchraum oder 5-Bett-Zimmer ist nicht ganz das, was ich heute noch so im Sinn habe. Die Nummer 1 von Cortina d´Ampezzo hat sich ganz an den Ortsanfang geschoben und trägt den eindrucksvollen Namen Grand Hotel Savoia. Bereits die Einfahrt zu diesem prachtvollen 5-Sterne-Haus ist so eindrucksvoll, dass ich die Ferraris und Bugattis beim „front-of-the-door-parking“ kaum stören möchte.

Doch der Concierge schafft noch eine Lücke für meinen Audi, der sich zumindest farblich hervorragend gegen die Konkurrenz aus Italien schlägt. Das Gepäck verschwindet dezent aus dem Kofferraum und nimmt bereits seinen eigenen Weg aufs wunderschöne Zimmer.

Ich hingegen starte meinen Aufenthalt lieber mit einem hervorragenden Caprese-Salat auf der Sonnenterrasse und lasse den Chardonnay seine volle Wirkung entfalten. Ein paar sanfte Umdrehungen sind die ideale Grundlage für den Jacuzzi im Wellnessbereich, der völlig verwaist nur auf mich gewartet zu haben scheint. So blubbere ich die Kälte aus meinen eingefrorenen Knochen und kann nur mit Mühe aus dieser kleinen Oase herausgezogen werden.

Wer derart gut verwöhnt wird, der braucht am Abend auch mal echte italienische Hausmannskost, die ich im Ristorante Ariston in Form einer mehr als ordentlichen Pizza prosciutto e funghi finde. Dazu etwas Hauswein und selbstgebackenes Brot und schon wird aus dem ersten Wintertag ein handgenähter Schuh und der sternenklaren Nacht im wunderbaren Hotel Savoia steht nichts mehr im Wege.

Eine grandiose Tour rund um Cortina findet ihr auch in meinem Bericht zum Lago Sorapis.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung des Grand Hotel Savoia und Mammut.

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