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i HeartRadio Music Festival, Las Vegas

Lohnt sich ein Wochenendtrip nach Las Vegas denn überhaupt? Na ja, wenn U2, One Republic, Sia und Drake gemeinsam auf der Bühne stehen, das höchste Riesenrad der Welt und ein völlig unterschätzter State Park das Rahmenprogramm bestimmen, wohl allemal.

Doch der Reihe nach und die fängt nun mal mit einem guten Frühstück an. Da ich kein Freund von Massen-Buffets bin, ist die Nummer 1 am Strip ganz klar das Mon Ami Gabi im Paris Las Vegas.

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Wo gibt es sonst diesen endlosen Refill an Filterkaffee mit American Brioche im XXL Format und Blick auf den Eifelturm? Nicht mal in Paris! Mein letzter Vegas Besuch ist schlappe 2 Jahre her und gefühlt hat sich schon wieder eine Menge verändert. Die großen Casinos werden immer mehr von Burger-Buden zugebaut und alte „Hasen“ wie das Flamingo Las Vegas locken mit neuen Tricks.

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Denn ganz am Ende der Spielhöllenromantik steht im Vergnügungskomplex The Linq der High Roller, derzeit mit 167 Metern das höchste Riesenrad der Welt. Und wenn ich schon nicht auf der Wiesn bin, dann drehe ich um 11.30 Uhr die erste Runde des Tages eben in Las Vegas. Saftige 23 $ kostet die 30-minütige Reise über die Dächer der Stadt.

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Tolle Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen, auch wenn der Blick vom Eiffel Tower noch etwas schöner ist, da die Stahlkonstruktion direkt am Strip steht.

Die Atmosphäre im Herbst ist wirklich zu empfehlen. Nicht mehr so voll, nicht mehr so heiß, immer ein guter Song in der Luft und entspannte Stimmung rund um die Vergnügungsmeile. Zeit, ein wenig Action in den Tag zu pressen. Etwa 60 Meilen nordöstlich der Stadt liegt der Valley of Fire State Park. Wie oft habe ich mir diesen Schlenker schon vorgenommen, doch irgendein dahergelaufener Nationalpark hatte sich immer vorgedrängelt. Auch heute scheinen die Voraussetzungen alles andere als ideal. Ein Sturm fegt über die Wüste Nevada und gigantische Wolkentürme stehen wie eine Festung über den roten Felslabyrinthen des Feuertals. Gefühlt bin ich alleine „on the road“. Die werden doch wohl nicht geschlossen haben? Doch die Ranger-Lady am Eingang lässt mich für 10 $ passieren und gibt zu bedenken, dass nach Sonnenuntergang hier Schluss ist im Park. Noch 3 Stunden und die Lichtverhältnisse könnten kaum dramatischer sein.

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Wenn nur nicht dieser Orkan wäre, der mir die Fahrzeugtür schier aus der Hand reißt. Als erstes fliegt die Ray Ban im hohen Borgen durch die Gegend, danach folgt eine Ganzkörper-Akkupunktur mit feinem Wüstensand und zum Schluss gibt es auch noch eine neue Frisur der Marke Albert Einstein. Dafür spielt die Natur hier gänzlich verrückt, was die Höhepunkte am Ende der Stichstraße beweisen. Die Fire Wave ähnelt etwas der berühmten Welle im Grand Staircase Escalante Nationalpark.

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Allerdings ist bei der Nevada-Version kein Permit erforderlich, sondern lediglich ein 20-minütiger Trail zu bewältigen. Danach stehe ich nicht nur vor der perfekten Welle, sondern auch vor einem halbentkleideten Yoga-Pärchen, welches mit abstrakten Übungen auf blankem Fels glänzt. Aber jetzt bitte nicht den „Krieger“ vor meiner Fire Wave! Nach 10 Minuten wird es den beiden doch zu stürmisch und ich habe diesen magischen Ort für mich alleine.

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Zum Abschluss folgt noch der White Domes Trail, der mitten durch einen Canyon führt und beeindruckende Felsformationen zu Tage bringt.

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Gefühlt gibt es hier noch so viel mehr zu sehen, doch die Zeit drängt. Denn der Abend gehört der gepflegten Musik. In der 2016 neu eröffneten T-Mobile Arena findet an 2 Tagen das iHeartMusic Festival statt. Und das Line-up kann sich an diesem ersten Abend wirklich sehen lassen. Los geht´s pünktlich um 7.30 mit Billy Idol, der frisch geliftet wie eine Kreuzung aus Dieter Bohlen und Matthias Reim daherkommt. Doch es bleibt nicht bei „Dancing with myself“, denn zum Schlussakkord von Rebel Yell kommt noch Mylie Cyrus auf die Bühne.

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Alles in allem ein guter Start, den der Langweiler von Sam Hunt anschließend etwas runterzieht. Doch mit One Republic erleben wir den ersten hoch agilen Auftritt des Abends. Counting Stars und die Halle bebt. Danach folgt Sia, die wie eine beweglose Maus mit Perücke im Background bleibt und drei Tänzer eine Art politisches Ballet zu ihren Disco-Beats verrichten lässt. Nicht schön, aber denkwürdig. Genauso wie der überraschend grandiose Gig der Twenty One Pilots. Die 2 machen mir und dem Publikum wirklich Spaß. Danach trennen sich meine Wege von denen der Massen jedoch gewaltig. Rapper und Rihanna-Lover Drake quasselt sich durch eine lose Abfolge von Liedern? Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, da Anfang und Ende kaum festzustellen sind. Das meiste kommt eh vom Band und wird durch enorme Explosionen im Bühnenbereich aufgepimpt. Eine Frechheit sage ich euch! Gut, dass U2 zum Abschluss zeigen, wie gute alte Gitarrenmusik immer noch die Hütte abfackeln kann. Von Desire bis One bleibt trotz gekürzter Setlist kein Wunsch offen. 4 1/2 Stunden gibt es insgesamt auf die Ohren und das so gut inszeniert, wie es sich für das einzig wahre Las Vegas gehört.

Noch mehr Wüsten-Feeling lest ihr in meinem Beitrag über Las Vegas.

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