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Hallstätter See, Österreich

Es war wohl der Kindheitstraum meines Vaters, der mich schließlich an einem tropisch-heißen Sonntag zum Hallstätter See bringt. Die Sonne brennt mir bereits am frühen Morgen einen roten Kranz in den Nacken. Endlich kommt der Sommer in Schwung und die ganze Stadt strömt zu den Badeseen ins Alpenvorland aus.

Also keine schlechte Wahl, einfach mal 200 Kilometer weiter nach Süden zu unseren Freunden nach Österreich zu düsen. Trotz der frühen Stunde, ist die A8 bereits gut gefüllt und ab Salzburg geht es nur noch über Land weiter Richtung Dachsteingebirge. Doch die Strecke verzaubert mit seinen romantischen Gewässern, wie dem Wolfgang- und dem Fuschlsee, der Heimat des sympathischen Energy-Drink-Giganten Red Bull. Irgendwann wird die Straße schmaler, ein letzter Tunnel und man ist Mitten im Weltkulturerbe Hallstatt.

Hallstätter_See_turnagain

Das kleine Dorf am gleichnamigen See platzt heute aus allen Nähten. Vor allem Touristen aus Asien und den USA scheinen sich in den historischen Ort verliebt zu haben. Die Lage ist in der Tat malerisch und bietet dem Reisenden jede Menge Abwechslung bemessen auf die knappe Anzahl an Quadratkilometern. Eine Liegewiese ragt perfekt gepflegt direkt ins schimmernde Grün des Hallstätter See. Das heben wir uns für später auf, denn vorbei an den nostalgischen Holzhäusern, Cafés und Schnick-Schnack-Buden,  wandert man an der Seestraße direkt zum Marktplatz, der von der Hallstatt Lutheran Church dominiert wird. Zeit für einen durchaus eindrucksvollen Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren im Gasthof Zauner.

Hallstatt_turnagain

Es könnte alles so schön sein, wäre da nicht das japanische Pärchen zur linken, dass mir mit ungebremster Lautstärke im Befehlston die Speisekarte vorliest. Jeder Eintrag wirkt wie ein gezielter Handkantenschlag auf die Tischplatte. Etwas genervt, mache ich die Runde über den Hang, vorbei an der Katholischen Pfarrkirche. Der Blick vom Friedhof auf die Dächer von Hallstatt ist wirklich schön, doch das eigentliche Highlight ist das Beinhaus, wo die Schädel und Knochen aus 300 Jahren Einwohnerschaft zusammengetragen wurden. Die Schädel der Toten wurden hier regelmäßig nach 20 Jahren ausgebuddelt, getrocknet, gebleicht und kunstvoll verziert. Etwa 1.200 Schädel liegen aktuell aufgestapelt in der Gruft. Was für ein Anblick, der mir gerne 1,50€ wert ist. Die Zahnradbahn auf den Salzberg spare ich mir, den Wanderweg von 1 Stunde aufgrund der hohen Temperaturen allerdings auch.

Beinhaus_Hallstatt_turnagain

Schließlich wartet noch ein weiterer Höhepunkt auf mich. Knapp 20 Kilometer entfernt liegt der malerische Gosausee.

Und hier darf man tatsächlich nicht zu früh aufgeben. Denn bereits nach ca. 15 Kilometern steht man vor einer Pfütze mit gefühlt gleichem Namen. Sieht allerdings wenig beeindruckend aus, deshalb und nur deshalb, fahre ich die Straße bis ans Ende. Unzählige Parkplätze vertreiben letzte Zweifel. Ich bin am Ziel und der Blick vom Uferrand auf die fernen Gipfel des Dachsteingebirges erinnern etwas an die Dolomiten. Den See kann man wunderbar umrunden, zudem laden wilde Liegewiesen zu uneingeschränktem Badegenuss ein.

Österreich_Gosausee_Turnagain

Doch mein pochendes Indianerherz verlangt nach einem Boot. Leider gibt es keine Kanus, also muss das Elektrobötchen herhalten. Mit einem halben PS tuckert man gemütlich über den See und muss sich schon deutlich anstrengen, um die gebuchte Stunde auch zu füllen. Doch für 15 € kann man eigentlich nix falsch machen. Zum Absacker empfehle ich die bezaubernde Seeklausalm. Kleine Holztische, kühle Getränke, ein Käsebrot und drei Kühe im Rücken. Das ist Österreich wie aus dem Bilderbuch.

Noch mehr See-Feeling gibt es in meinem Reisebericht über den Gardasee.

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