Instant Search

Mount Cook, Neuseeland

Wenn ihr mich mal sucht, dann findet ihr mich sicherlich hier, am anderen Ende der Welt. Es klingt tatsächlich nach einem abgedroschenen Klischee, doch nicht umsonst zählt Neuseeland zu den Traumzielen der Individualreisenden.

Die Beziehung wird für mich mit jedem Aufenthalt intensiver. Bei meiner ersten Reise habe ich noch täglich über das Wetter geflucht und anschließend meinen Rückflug nach Sydney vorverlegt. Bloß weg aus diesem Regenloch. Das war im Dezember und selbst die Kiwis fanden es ungewöhnlich nass für diese Jahreszeit. Schwacher Trost. Doch kaum daheim, bin ich im Folgejahr direkt wieder runter, um die gleichen Schauplätze nochmals zu besuchen. Diesmal im März und es war die Zeit meines Lebens.

Neuseeland_turnagain

Als erstes kleines Filetstück geht es heute auf die Südinsel zum Mount Cook Nationalpark oder in der Sprache der Maori einfach Aoraki. Als Vorspiel sollte man sich die Pancake Rocks im Paparoa Nationalpark nicht entgehen lassen. Die Landschaft ist ein wilder Mix aus Bäumen, Palmen, Farnen und Felsen, die hier spektakulär direkt auf die Brandung treffen.

Pancake_Rocks_turnagain_neuseeland

Die Kalksteinformation der Pancake Rocks macht ihrem Namen alle Ehre und fräst sich wie aufeinandergeschichtete Pfannkuchen ins Meer. Ein richtiger Canyon ist entstanden, den man über einen Fußweg aus Stufen und Steinen recht einfach erkunden kann. Bei Sonnenschein ist der Regenbogen inklusive und die Speicherkarte schnell voll.

Pancake_Rocks_Neuseeland_turnagain

Mindestens genauso spektakulär sind die echten Pfannkuchen im Pancake Rocks Cafe auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Natürlich ein Marketing-Gag, aber einer der schmeckt und sich nahtlos in die Umgebung einfügt.

Pancakes_Neuseeland_turnagain

Ab jetzt sind es noch etwa 220 Kilometer entlang der Küste zum Franz Josef Gletscher. Der Ort selbst ist guter Ausgangspunkt für die nächsten Exkursionen im Westland Nationalpark. Allerdings sollte man die Unterkunft vorab reservieren, da das Angebot stark begrenzt ist. In der Hauptsaison ist man nahezu chancenlos und kann sich abends auf lange Fahrten gefasst machen. Die Hotels sind meist recht funktional, also eher Motels und Backpacker-Unterkünfte, die Bars und Pubs gemütlich, sportlich und kontaktfreudig.

Franz_Josef_turnagain

Der Franz Josef Glacier leidet, wie die meisten anderen seiner Artgenossen, unter dem Klimawandel. Der über 10 Kilometer lange Gletscher kalbte einst ins Meer. Doch davon ist heute leider nichts mehr zu erahnen, wären da nicht die Entfernungstafeln, die immer wieder die einstige Ausdehnung andeuten. Das macht einen schon traurig, denn der Trail zur Abbruchkante wird immer länger und der Blick auf Moräne und Eisfelder haut einen auch nicht vom Hocker. Landschaftlich schöner ist da schon der Abstecher zum Lake Matheson, wo ein 2,5 KM langer Trail um den See führt. Einfach die perfekte Location für den „Berge-spiegeln-sich-im-See-Klassiker“. Am besten früh am Morgen zum See fahren (liegt unweit von Fox Glacier), dann ist der See noch ruhig und die Reflexionen sind ungetrübt.

Lake_Matheson_turnagain

Wer das ultimative Erlebnis sucht, der muss schon in die Luft steigen und den König der Südalpen, den Mount Cook, aus der Nähe ins Visier nehmen. Glacier Helicopters kann ich wirklich nur empfehlen. Die Tour dauert eine gute halbe Stunde, umrundet den Gipfel und legt gar eine Schneelandung auf dem Fox Glacier hin.

Aoraki_neuseeland_turnagain

Großer Vorteil der Flugvariante ist die bessere Wetter-Chance. Während es an der Küste oft neblig und bewölkt ist, steigt mit zunehmender Höhe die Sonnenwahrscheinlichkeit. Und dann kontrastiert stahlblauer Himmel auf gleißendem Eis.

Glacier_Mount_cook_turnagain

Der schneebedeckte Gletscher des 3.724 Meter hohen Mount Cook ragt deutlich aus der Gebirgskette hervor und erinnert mich tatsächlich etwas an den Denali in Alaska. Auch hier ergießen sich zahllose Gletscher bis tief ins Tal.

Mount_Cook_Neuseeland_turnagain_NZ

Das Faszinierende an Neuseeland ist die Kompaktheit der Landschaft. Berge, Gletscher und ewiges Eis sind nie weit entfernt von Meer, Strand und üppiger Vegetation. Eine Welt in einer Insel. Na gut, verteilt auf zwei.

Suggested Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.